28/05/2026
Mehrere Fahrer ohne gültige Arbeitserlaubnis, Verdacht auf eine Scheinniederlassung und nun droht sogar der Entzug sämtlicher niederländischer Transportlizenzen.
Der aktuelle Fall eines litauischen Transportunternehmens zeigt deutlich, wie konsequent die Niederlande inzwischen gegen illegale Beschäftigung, Briefkastenfirmen und missbräuchliche Konstruktionen im Straßengüterverkehr vorgehen. Bei einer groß angelegten Kontrolle in Moerdijk wurden laut niederländischer Arbeitsinspektion 25 Lkw überprüft. Dabei stellten die Behörden acht illegal beschäftigte Fahrer fest, davon allein fünf bei derselben litauischen Firma.
Besonders brisant: Die Ermittler vermuten, dass die niederländische Niederlassung lediglich auf dem Papier existierte. Bei einer Kontrolle am offiziellen Firmensitz fanden die Behörden offenbar ein leeres Büro vor. Genau solche Konstruktionen stehen seit Jahren im Fokus der europäischen Kontrollbehörden, weil sie häufig genutzt werden, um Sozial- und Arbeitsrecht zu umgehen.
Die betroffenen Fahrer stammten unter anderem aus Usbekistan, Indien und Angola. Nach Angaben der Behörden sollen teilweise notwendige niederländische Arbeitserlaubnisse gefehlt haben. Zudem prüfen die Inspektoren nun auch Verstöße gegen Mindestlohn-, Urlaubs- und Entsenderegelungen nach EU-Mobilitätspaket.
Bemerkenswert ist außerdem die internationale Zusammenarbeit: Bereits einen Tag nach der Kontrolle reisten niederländische Ermittler gemeinsam mit litauischen Behörden zum Hauptsitz des Unternehmens nach Litauen, um weitere Unterlagen und mögliche Verstöße zu prüfen.
Die niederländische Genehmigungsbehörde NIWO hat inzwischen ein Verfahren eingeleitet, das zum vollständigen Entzug aller niederländischen Transportlizenzen der Firma führen könnte.
Der Fall zeigt erneut: Einige Staaten beginnen inzwischen deutlich härter gegen illegale Beschäftigung, Sozialdumping und Briefkastenmodelle im europäischen Straßentransport vorzugehen — insbesondere dann, wenn systematische Umgehung von Arbeits- und Sozialstandards vermutet wird.
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