Aktuelle Infos zur Bahn im Großraum Stuttgart

Aktuelle Infos zur Bahn im Großraum Stuttgart Hier werden Aktuelle Informationen so wie Meldungen zur Infrastruktur der Deuschen Bahn und der S Bahn aus der Region Stuttgart gepostet.

04/12/2015

Die Österreichische Bundesbahn könnte einen Teil des Angebots in Deutschland übernehmen. Für die Nachbarn wäre die Übernahme der DB-Nachtzug­linien eine Chance, weiter auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen.

Ausschreibung für Gäu- und MurrbahnDie DB Regio hat gewonnenZug um Zug wird der Schienenpersonennahverkehr in Baden-Würt...
11/08/2015

Ausschreibung für Gäu- und Murrbahn
Die DB Regio hat gewonnen

Zug um Zug wird der Schienenpersonennahverkehr in Baden-Württemberg ausgeschrieben und vergeben. Für die Fahrgäste soll es deutliche Komfortverbesserungen geben.

Stuttgart

Die Deutsche Bahn AG bleibt mit dem Land zwischen Crailsheim und Singen im Geschäft. Das Verkehrsministerium des Landes unter Minister Winfried Hermann (Grüne) hat am Montag über einen weiteren Teil des Nahverkehrsnetzes entschieden. Der Schienenpersonennahverkehr auf Gäu- und Murrbahn bleibt demnach bei der Deutschen Bahn. Die Neuregelung wird von Dezember 2017 die bisherige Praxis ersetzen.

Vergeben ist der Auftrag noch nicht. Das wird man erst am 21. August vollziehen. Zuvor haben die unterlegenen Bieter zehn Tage die Möglichkeit, bei der Vergabekammer gegen die Entscheidung Einspruch zu erheben. Sie haben am Montag mitgeteilt bekommen, dass die Bahn AG der bevorzugte Bieter ist. Wie viele Interessenten sich gemeldet hatten, wollte das Verkehrsministerium nicht mitteilen, auch nicht, wer zu den Verlierern der Ausschreibung gehört.

Nach deren Eröffnung war bekannt geworden, dass sich auch die Südwestdeutsche Verkehrs AG (SWEG) mit Sitz in Lahr für den Betrieb dieser Strecke beworben hat. Die SWEG ist ein zu hundert Prozent dem Land gehörendes wachsendes Unternehmen, das vor allem im badischen Raum tätig ist, dort etwa den Zuschlag für die Ortenau-S-Bahn erhalten hat. Jetzt wäre es demnach nicht zum Zuge gekommen, es soll aber auch noch an weiteren Ausschreibungen beteiligt sein.
WLAN im Nahverkehrszug

Die Anmutung auf dieser Nahverkehrsverbindung wird sich dennoch gegenüber dem jetzigen Anblick ändern, auch wenn die DB Regio weiter den Verkehr fährt. Sie wird das nämlich mit neuem Wagenmaterial tun. Regelmäßig hatten sich Bahnreisende im Nahverkehr beschwert, dass sie auf der Murrbahn zwischen Stuttgart, Backnang, Schwäbisch Hall und Crailsheim in etwas hergerichteten, aber uralten „Silberlingen“ sitzen müssen.

Künftig werden dort komfortable und barrierefrei zugängliche Triebwagen eingesetzt. Die Triebwagen sind vierteilig und verkehren in einem einheitlichen Landesdesign. Für die Fahrgäste wichtiger: Ein Triebwagen bietet 215 Sitzplätze, Klimaanlage, Klapptische, Steckdosen, Mobilfunkverstärker und barrierefreie Universaltoiletten. Weiter soll für drahtlosen Internetzugang in allen Fahrzeugen ein WLAN-Anschluss geboten werden. Schließlich ist auch die Fahrradmitnahme einfacher. Pro Fahrzeug werden 30 Stellplätze für Fahrräder in Aussicht gestellt.

Das Land redet bei der Gestaltung des Wagenmaterials ein Wort mit, denn die Fahrzeuge werden nach dem neuen „BW-Modell“ finanziert. Der Verkehrsdienstleister erwirbt die Fahrzeuge, verkauft sie aber ans Land und pachtet sie direkt wieder zurück. Das bringt ihm günstigere Kreditmarktkonditionen. Man hoffte beim Land, dass dadurch der Wettbewerb würde angeschoben werden können. Größere Investitionen sollten auf diese Weise auch von kleineren Unternehmen geschultert werden können. Dass der Verkehrs-Dino Bahn AG von diesem Instrument Gebrauch mache würde, glaubte man beim Land nicht. Doch tatsächlich hat auch die DB Regio dieses Angebot genutzt. Der Wettbewerb sei rege gewesen, heißt es in der Mitteilung des Verkehrsministeriums, die Vergabestrategie sei „somit auf ganzer Linie erfolgreich gewesen.“
Halbstündliche Verbindungen

Mit der Vergabe sei auch „eine deutliche Ausweitung der Leistungen verbunden“, heißt es. Das betrifft die Murrbahn. Künftig werden zwischen Stuttgart und Murrhardt von Montag bis Samstag ganztags bis zum frühen Abend halbstündliche Verbindungen von und nach Stuttgart angeboten. In den Hauptverkehrszeiten werde dieser Halbstundentakt bis Schwäbisch Hall ausgedehnt. Zudem werde die Fahrzeit zwischen Schwäbisch Hall-Hessental nach Stuttgart um bis zu 15 Minuten verkürzt.

„Unsere ökonomischen Erwartungen wurden vollständig erfüllt, und der Landeszuschuss liegt deutlich unter dem des Großen Verkehrsvertrages“, sagte Uwe Lahl, der Amtschef des Verkehrsministeriums. Wie hoch diese ökonomischen Erwartungen waren, wollte man im Verkehrsressort allerdings nicht mitteilen. Auch da gelte eine informationelle Zurückhaltung, so lange die Einspruchsfrist nicht abgelaufen ist. Bisher zahlte das Land der DB Regio pro Zugkilometer 11,60 Euro. Dieser Preis war im Verkehrsvertrag von 2003 vereinbart worden, jetzt wurde er offenbar „deutlich“ unterboten.
Noch viel zu vergeben

Insgesamt beträgt der Leistungsumfang etwa 2,1 Millionen Zugkilometer pro Jahr. Auf den fraglichen Strecken Stuttgart-Schwäbisch Hall-Hessental-Crailsheim sowie Stuttgart-Horb-Singen oder Freudenstadt wird außerdem ein an Zwänge des Fernverkehrs angepasstes schnelleres Verbindungsnetz vergeben, allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt. Insgesamt will das Land bis zu 80 Millionen Zugkilometer pro Jahr beauftragen und damit den Schienpersonennahverkehr im Südwesten abdecken. Etwa ein Viertel davon seien inzwischen vergeben, sagte ein Ministeriumssprecher.

Das Vergabeverfahren ist durchaus umstritten, zum Beispiel weil der Verkehrsvertrag bereits 2016 ausläuft, bis dahin aber nicht alle Netze vergeben werden können. Deshalb müssen Zwischenlösungen gefunden werden. Andreas Schwarz, der Verkehrsexperte und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, lobt denn auch die jetzt gefällte Entscheidung. Der Wettbewerb, mit dem Grün-Rot „den Monopolvertrag der CDU ablöste“, führe zu deutlich geringeren Landeszuschüssen bei höherem Komfort für die Fahrgäste. „Damit hat sich die sorgfältige Vorbereitung der Ausschreibung durch das Ministerium gelohnt“, sagte Schwarz.

Stuttgart 21 in Leinfelden-EchterdingenL.-E. lehnt Zwei-Klassen-Lärmschutz abEin Anwalt der Stadt stuft den S-21-Umbau i...
28/07/2015

Stuttgart 21 in Leinfelden-Echterdingen

L.-E. lehnt Zwei-Klassen-Lärmschutz ab

Ein Anwalt der Stadt stuft den S-21-Umbau in L.-E. komplett als Neubaustrecke ein. Die Bahn will dagegen beim Lärmschutz unterschiedliche Maßstäbe anlegen.

Wenn die Bahnstrecke quer durch die Stadt Leinfelden-Echterdingen an die Bedürfnisse von Stuttgart 21 angepasst wird, will die Stadtverwaltung ihre Bürgerschaft beim Lärmschutz nicht in zwei Klassen eingeteilt wissen. Die Bahn tendiert bei dem inzwischen abgetrennten Genehmigungsverfahren für den Abschnitt zwischen der Rohrer Kurve und dem Flughafen (wir berichteten) zu einer Aufteilung in Bereiche mit unterschiedlich starkem Engagement beim Schallschutz. Mit dem im Juni von Christophe Jacobi, Projekt-Abschnittsleiter der Bahn, angekündigten Plan „können wir nicht einverstanden sein“, sagt die Erste Bürgermeisterin Eva Noller.

Die Stadt hat nach der Ankündigung ihren S-21-Anwalt Armin Wirsing um eine Einschätzung zu der strittigen Lärmschutzfrage gebeten. Die Bahn hält für den Abschnitt zwischen Oberaichen und Bahnhof Leinfelden wegen nur geringfügiger Änderungen die Anwendung alter Richtlinien für legitim. Denen zufolge wären dort praktisch keine Schutzmaßnahmen für die Anwohner erforderlich.
Schienenbonus abgeschafft

Den Abschnitt zwischen Bahnhof Leinfelden und der S-Bahn-Haltestelle unter dem Flughafenterminal stufen aber auch die Eisenbahner als Neubaustrecke ein; unter anderem werden dort die Gleise um 20 Zentimeter auseinander gedrückt. Dort – und auch im Bereich der Roher Kurve – kann die Bahn den vom Bundestag abgeschafften Schienenbonus in Höhe von fünf Dezibel nicht mehr auf die Lärmgrenzwerte aufschlagen.

In einer „rechtsgutachterlichen Stellungnahme“, die die Stadt am Dienstagabend im Gemeinderat erläutern wird, teilt Armin Wirsing die Einschätzung der Bahnvertreter nicht. Es könne für den gesamten Planfeststellungsabschnitt 1.3b keinen Schienenbonus mehr geben, weil dafür noch kein Genehmigungsantrag gestellt worden sei, schreibt er.
„Rechtlich nicht tragfähig“

Außerdem macht der Jurist auf eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts in einem vergleichbaren Fall aufmerksam, der zufolge die Gleise zwischen der Rohrer Kurve und dem Leinfeldener Bahnhof ebenfalls wie eine Neubaustrecke zu beurteilen seien. Durch die Verlegung von Fern- und Regionalverkehrszügen auf die Filder-S-Bahn werde „zusätzlicher und andersartiger Verkehr in erheblichem Umfang“ möglich, der zu zusätzlichen Lärmimmissionen führe. Die von der Bahn angestrebte Aufteilung beim Schallschutz hält Wirsing für „rechtlich nicht tragfähig“.

Mit dieser Einschätzung im Rücken werde die Stadt nun an die Bahn herantreten mit dem Ziel, bestmöglichen Schallschutz für alle Bahnanlieger in L.-E. zu erreichen, erklärt die Erste Bürgermeisterin auf Anfrage unserer Zeitung. Sie hält es für sinnvoll, sich „vor Beginn eines neuen Planfeststellungsverfahrens“ in dieser Detailfrage zu einigen. Auch der Erschütterungsschutz müsse neu bewertet werden, sagte Noller. Details hierzu seien aber noch mit dem Gutachterbüro zu klären.

18/06/2015

Verärgerung über S-Bahn-Aus und Expresszüge

Jetzt ist es offiziell: Die Verlängerung der S 5 bis Vaihingen ist gestorben. Das Land führt stattdessen die Metropol-Expresszüge ein. Doch auch die bringen nach aktuellem Planungsstand kaum Verbesserungen, monieren die Bürgermeister.

Die S-Bahn-Linie wird nicht von Bietigheim-Bissingen bis nach Vaihingen verlängert. Das hat der Sachsenheimer Bürgermeister Horst Fiedler am Donnerstagabend dem Verwaltungsausschuss mitgeteilt. In der Lenkungskreissitzung des Verbandes Region Stuttgart (VRS) vor gut einer Woche sei den Verwaltungen jener Kommunen, die von der Verlängerung der Linie 5 profitiert hätten - Sachsenheim, Sersheim, Vaihingen und Bietigheim-Bissingen -, mitgeteilt worden, dass durch den Plan des Landes Baden-Württemberg, sogenannte Metropol-Expresszüge einzuführen, das Aus der extra langen S 5 besiegelt ist.

Ganz überraschend kommt die Fahrt aufs Abstellgleis nicht: Im Februar 2014 hatten das Land, der VRS, die Landeshauptstadt und die Nachbarlandkreise unter Vermittlung von Verkehrsminister Winfried Hermann den sogenannten ÖPNV-Pakt 2025 geschlossen. Ein wesentlicher Bestandteil sind die Metropol-Expressbahnen, die im 30-Minuten-Takt von Heilbronn, Aalen, Geislingen, Schwäbisch-Hall, Horb und Pforzheim nach Stuttgart fahren sollen. Bereits Ende November 2014 bestätigte Dr. Jürgen Wurmthaler, der Leitende Direktor des Bereichs Wirtschaft und Infrastruktur beim VRS, im BZ-Gespräch, dass dadurch die Verlängerung der S 5 obsolet werde, denn der Zug habe gegenüber der S-Bahn zwei entscheidende Vorteile: Während ein Großteil der Kosten für die S-Bahn-Verlängerung der VRS und über die Umlage auch die Kommunen tragen müssten, habe laut Jürgen Wurmthaler das Land zugesagt, die Kosten für die Expresszüge zu übernehmen. Zudem müssten die Kommunen die Bahnsteige nicht baulich verändern.

Was Horst Fiedler und seine Kollegen aus Sersheim und Vaihingen, Jürgen Scholz und Gerd Maisch, nun aber auf die Palme bringt: Sie haben in der Lenkungskreissitzung erfahren, dass der Metropol-Expresszug, der eigentlich zwischen Pforzheim und Stuttgart hätte verkehren sollen, nach den aktuellen Planungen nun doch bereits in Bietigheim-Bissingen enden soll. Dort wird man, wie bisher auch, umsteigen müssen: entweder in einen anderen Regionalzug, der Stuttgart ansteuert, oder in die S-Bahn, um die Zwischenstopps zu erreichen. Dass der Takt dieser Züge von einem pro Stunde auf zwei erhöht werden soll, ist etwa für Gerd Maisch ein schwacher Trost. "Bietigheim-Bissingen ist eine wichtige Stadt, aber die Metropole ist Stuttgart", sagt er.

Jürgen Scholz spricht von einem "Skandal". "Wir haben einen Nutzenfaktor von 4,3 nachgewiesen, einen der höchsten Werte bundesweit. Rund 3200 Fahrgäste mehr pro Tag hätten die S-Bahn genutzt. Das Land übergeht das", wettert er und verweist darauf, dass das Gutachten immerhin einen sechsstelligen Betrag für den Landkreis und die Kommunen gekostet habe und nun keinerlei Beachtung finde.

Horst Fiedler spricht von einem "Schock, dass in Kenntnis dieses Fahrgastpotenzials die Metropol-Expresszüge ausgeschrieben wurden". Denn dadurch bestünde nun ein Rechtsanspruch potenzieller Bieter, das Verfahren sei also nicht mehr zu stoppen. "Am tatsächlichen Zustand für Sachsenheim wird sich nichts ändern. Es spart uns zwar Millionen für den Umbau des Bahnhofs, aber das Zeichen ist katastrophal."

Ganz zufriedengeben will man sich mit den Plänen dennoch nicht: Im Landkreis Ludwigsburg setzt man nun darauf, politisch Druck aufzubauen, um wenigstens das Projekt Metropol-Expresszüge zu optimieren, wenn es mit der S-Bahn schon nichts wird. Fiedler forderte die Verwaltungsausschuss-Mitglieder am Donnerstag auf, ihre Parteien und schließlich auch ihre Landtagsabgeordneten ins Boot zu holen, laut Jürgen Scholz sei der Grünen-Abgeordnete Dr. Markus Rösler bereits aktiviert. Ziel: Die Metropol-Expresszüge sollen doch noch Pforzheim und die Landeshauptstadt verbinden. Und auch eine höhere Taktung als alle 30 Minuten streben Fiedler, Scholz und Co. an. Der Landkreis will sie dabei unterstützen. "Ja, wir werden gemeinsam mit Sachsenheim ein Schreiben entwerfen, es mit den anderen beteiligten Städten abstimmen und an das Land senden", teilt der Sprecher Dr. Andreas Fritz mit.

Metropol-Expresszüge stoppen S-5-VerlängerungJahrelang haben die betroffenen Kommunen für eine Erweiterung der Strecke g...
18/06/2015

Metropol-Expresszüge stoppen S-5-Verlängerung

Jahrelang haben die betroffenen Kommunen für eine Erweiterung der Strecke gekämpft. Zuletzt schienen die Chancen für eine Umsetzung gut. Doch nun haben andere Pläne des Landes das Aus der S-5-Verlängerung von Bietigheim-Bissingen nach Vaihingen/Enz besiegelt.

Ludwigsburg - Der Kosten-Nutzen-Faktor war exzellent, die Region Stuttgart war dafür, und die betroffenen Kommunen waren sowieso begeistert – dennoch wird die Verlängerung der S-Bahn-Linie 5 bis nach Vaihingen/Enz wohl nicht kommen. Der Grund dafür sind die Pläne des Landes, sogenannte Metropol-Expresszüge einzurichten. Die Ausschreibung dafür läuft bereits, voraussichtlich werden die ersten dieser Bahnen 2018 fahren. Doch damit ist die verlängerte S-Bahn offenbar nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben. Für die betroffenen Kommunen ist das Aus des Projekts ein Schlag ins Gesicht.

Jahrelang hatten sie dafür gekämpft, dass die S 5 von der bisherigen Endhaltestelle Bietigheim-Bissingen über Sachsenheim und Sersheim bis nach Vaihingen/Enz verlängert wird. Dadurch hätte es von Sachsenheim, Sersheim und Vaihingen aus pro Stunde zwei zusätzliche Zugverbindungen bis nach Stuttgart gegeben – mit Zwischenhalten wohlgemerkt.

Gerade die Zwischenhalte galten als Frequenzbringer: In einem Gutachten ist die Rede von rund 3000 zusätzlichen Fahrgästen, insbesondere durch Pendler, die zu großen Unternehmen in Zuffenhausen oder Feuerbach fahren. Das Konzept der Metropol-Expresszüge setzt jedoch gerade nicht auf diese Zwischenhalte: Man wolle nur am Rande der Region in kleinen Orten halten, im Bereich der S-Bahnen jedoch zügig ins Zentrum durchfahren, erklärt Edgar Neumann, der Sprecher des Verkehrsministeriums in Stuttgart.
Die Rathauschefs der Kommunen sind sauer

Die Bürgermeister der betroffenen Kommunen sind sauer„Ich bin enttäuscht, weil wir jetzt beides nicht kriegen: die S 5 und die Metropol-Expresszüge“, sagt Gerd Maisch, der Oberbürgermeister von Vaihingen/Enz und Regionalrat (Freie Wähler). Das Land habe geplant, die Zuglinie von Pforzheim aus lediglich bis Bietigheim fahren zu lassen. Sollten die Expresszüge aber tatsächlich wie versprochen bis Stuttgart fahren, dann wäre das laut Maisch zumindest eine kleine Verbesserung, weil die Züge öfter und später von Vaihingen nach Stuttgart führen.

Richtig sauer sind die Rathauschefs der beiden Kommunen zwischen Vaihingen und Bietigheim. „Das ist ein sehr großer Verlust“, sagt Horst Fiedler, der Bürgermeister von Sachsenheim. Die S-Bahn-Verlängerung bringe gutachterlich bestätigt ein „sensationelles Nutzen-Kosten-Verhältnis“ von 4,3, rund 3000 Fahrten könnten „von der Straße auf die Schiene verlagert werden“. Diese Chance sei jetzt dahin – zumindest, wenn die Züge wirklich nur bis Bietigheim führen.

Der Sersheimer Bürgermeister Jürgen Scholz hält die Metropol-Expresszüge als Quasi-Ersatz für die S-Bahn „für einen großen Humbug“. Es sei gerade der Reiz der S-Bahn, dass auch die Zwischenstopps, etwa Asperg oder Zuffenhausen, für Fahrgäste aus Sersheim oder Sachsenheim, aber auch aus Vaihingen, direkt anfahrbar seien. „Jetzt haben wir Geld für das Gutachten verbraten und stehen mit leeren Händen da“, sagt Scholz.
Im Verkehrsministerium kann man den Ärger nicht verstehen

Immerhin habe es sich um eine sechsstellige Summe gehandelt. Nur in Bietigheim-Bissingen bleibt man gelassen. Die Stadt sei mit der S-Bahn und dem Regionalexpress gut angebunden, durch die Metropolzüge ändere sich nicht viel, sagt Sprecherin Anette Hochmuth. Man habe wegen der Zwischenhalte zwar die S-5-Verlängerung favorisiert, „aber wir können auch mit der anderen Lösung gut leben.“

Im Verkehrsministerium kann man den Ärger der Kommunen nicht verstehen. Das Konzept der Metropolzüge sei im Rahmen des ÖPNV-Paktes, den das Land mit der Region, der Stadt Stuttgart, den Kreisen und dem Verkehrsverbund VVS abgeschlossen hat, Konsens gewesen. Kritik sei ihm nicht bekannt, sagt Neumann.

Zudem seien die Planungen für die S-5-Verlängerung noch ganz am Anfang, darauf könne das Land keine Rücksicht nehmen. Beim Verband Region Stuttgart, der bislang für die Erweiterung der S 5 war, hält man sich zurück. „Wir wollen keine Parallelverkehre, die sich nicht rechnen“, sagt die Sprecherin Dorothee Lang. Wenn die Metro­polzüge kommen würden, sei die S-Bahn-Verlängerung nicht mehr wirtschaftlich. Werten wolle sie das nicht: „Die Grundlagen haben sich geändert, damit müssen wir leben.“

Die Bahn beginnt auf den Fildern von vornMindestens zwei Jahre später als ursprünglich geplant wird das Bahnprojekt Stut...
18/06/2015

Die Bahn beginnt auf den Fildern von vorn

Mindestens zwei Jahre später als ursprünglich geplant wird das Bahnprojekt Stuttgart 21 vollständig in Betrieb gehen. Für den Gäubahnabschnitt wird das Genehmigungsverfahren neu aufgerollt.

Nach dem Stuttgart-21-Kompromiss im Frühjahr plant die Bahn auf den Fildern zweigleisig – und mit unterschiedlichen Zeitplänen. Das bisher unter der Ordnungsnummer 1.3 geführte Genehmigungsverfahren wird gesplittet. Der Fernbahnhof am Manfred-Rommel-Flughafen und der Filderabschnitt der Neubaustrecke Stuttgart–Ulm sollen wie beabsichtigt Ende 2021 in Betrieb gehen. Die Züge der Gäubahn werden hingegen frühestens zum Fahrplanwechsel im Dezember 2023 am Flughafen ankommen. Diese Eckdaten nannte der für diesen Stuttgart-21-Abschnitt zuständige Projektleiter Christophe Jacobi am Montagabend bei einer Sitzung der interkommunal besetzten Arbeitsgruppe Stuttgart 21 im Filderbereich in Leinfelden-Echterdingen.

Die Bahn hat, wie bereits berichtet, Stuttgart 21 auf den Fildern in zwei Abschnitte getrennt. Intern ist nun von folgender Zuordnung die Rede: Mit 1.3a bezeichnet die Bahn jetzt den Teil, der mit der Neubaustrecke zusammenhängt. 1.3b steht hingegen für den Komplex zwischen der Rohrer Kurve und der umzubauenden S-Bahn-Station unter dem Flughafen

Bahn will Inbetriebnahmedatum für Neubaustrecke halten

Bei 1.3a hat es die Bahn eilig, von den Behörden die Baugenehmigung zu erhalten. Diese benötigt man deshalb so schnell wie möglich, damit sich die angekündigte Inbetriebnahme der Hochgeschwindigkeitsstrecke nach Ulm nicht über 2021 hinaus verzögert. „Wir haben die überarbeiteten Pläne in 19 Ordnern am 2. Juni dem Eisenbahnbundesamt übergeben“, überraschte der Abschnittsleiter das Gremium mit dem bislang nicht kommunizierten Vorgang.

Diese Pläne unterscheiden sich laut Jacobi „nur in Details“ von denen, die bereits im vergangenen Herbst öffentlich erörtert wurden. Deshalb rechne er damit, dass das Stuttgarter Regierungspräsidium, das weiterhin im Auftrag des Eisenbahnbundesamts (Eba) vor Ort die Verfahren durchführen wird, nun das Prozedere abkürzt. „Wir meinen, dass ein schriftliches Anhörungsverfahren in diesem Fall genügt“, sagte Jacobi. Darin wären nur die betroffenen Kommunen und Behörden eingebunden, nicht aber die Bürger.

Die zwischen den Projektpartnern im Frühjahr vereinbarten Änderungen an der Rohrer Kurve und in der Station Terminal am Flughafen sind hingegen so gravierend, dass die Bahn mittlerweile von einer zweijährigen Verzögerung beim Anschluss der Gäubahn an Stuttgart 21 ausgeht. Nach den Verhandlungen zwischen den Projektpartnern war die Verspätung noch vage auf „ein bis zwei Jahre“ beziffert worden. Während der Übergangszeit sollen laut Jacobi von Ende 20121 an die Fern- und Regionalzüge in Böblingen oder Vaihingen enden.
Gäubahnstrecke frühestens ab Ende 2023 befahrbar

Der am Montag von der Bahn erstmals öffentlich genannte neue Zeitplan sieht für den 80 Millionen Euro teuren Abschnitt 1.3b auf den Fildern ein neues Genehmigungsverfahren vor. Diesen Antrag will die Bahn im ersten Quartal 2016 beim Eba einreichen. Eine öffentliche Auslegung der Pläne in den betroffenen Kommunen hat die Bahn für das dritte Quartal 2016 eingeplant. Ein Jahr später rechnet sie mit dem Planfeststellungsbeschluss durch das Eba. Im Herbst 2018 will sie die Arbeiten am kreuzungsfreien Umbau der Rohrer Kurve, an größeren Gleisabständen zwischen Leinfelden und Flughafen sowie dem Umbau der S-Bahn-Station unter dem Terminal 1 aufnehmen. Als frühestmöglichen Termin für die Inbetriebnahme dieser Strecke nannte Jacobi am Montag den Fahrplanwechsel „Ende 2023“.

Der Umbau des bisherigen S-Bahnhofs am Flughafen gilt unter Experten als der diffizilste Teil im Bereich 1.3b. Die Station erhält wie berichtet ein drittes Gleis und einen neuen Bahnsteig für die aus dem Süden des Landes ankommenden Fern- und Regionalzüge. Auf diese Lösung hatten sich die Projektpartner im Frühjahr verständigt, nachdem ein Verkehrswissenschaftler im Auftrag der Stadt Leinfelden-Echterdingen den vorliegenden Plänen Mängel bei der Leistungsfähigkeit attestiert hatte.

Für die Große Kreisstadt ergeben sich durch die Neuplanung offenbar weitere Vorteile. Jacobi sagte, dass die Bahn zumindest in Teilen von L.-E. deshalb den sogenannten Schienenbonus nicht mehr anwenden könne und daher nun „aktiven und passiven Schallschutz anwenden muss“. Die Erste Bürgermeisterin der Stadt, Eva Noller, bezeichnete dies in einer ersten Reaktion als „sehr erfreuliche Nachricht“.

Kreis LudwigsburgKnackpunkt ist der Bietigheimer BahnhofFür eine umstiegfreie Verbindung mit dem Metropolexpress braucht...
18/06/2015

Kreis Ludwigsburg
Knackpunkt ist der Bietigheimer Bahnhof

Für eine umstiegfreie Verbindung mit dem Metropolexpress braucht es wohl ein weiteres Gleis. Die Gemeinden westlich von Bietigheim pochen darauf, dass das Land sein Versprechen für eine bessere Anbindung einhält.

Kreis Ludwigsburg - Die Diskussionen sind geführt, die Entscheidung ist gefallen: von Dezember 2018 an soll der Metro-polexpress Pforzheim mit Stuttgart verbinden. Das hat das Land unlängst beschlossen. Profitieren könnten jene Gemeinden, die sich bisher für eine Verlängerung der S-Bahnlinie S 5 über Bietigheim hinaus bis nach Vaihingen/Enz stark gemacht hatten. Allerdings sehen die Bürgermeister von Vaihingen, Sersheim und Sachsenheim den Metropolexpress nach wie vor skeptisch.

Das Land sucht aktuell einen Betreiber für die Züge. Diese sollen im 30-Minuten-Takt die Städte Heilbronn, Schwäbisch Hall, Aalen, Tübingen, Geislingen, Horb und Pforzheim mit der Landeshauptstadt verbinden. Im S-Bahn-Gebiet soll der Metropolexpress nur an wichtigen Verkehrsknotenpunkten halten, damit soll auch die S-Bahn entlastet werden.
Sachsenheim sieht keine Verbesserung

Vaihingens Oberbürgermeister Gerd Maisch sieht die Entwicklung „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“. Mit einer S-Bahn hätte es eine bessere Taktung und mehr Anfahrtziele für die Vaihinger in Richtung Stuttgart gegeben. Die Metropolexpresszüge dagegen brächten gegenüber dem Ist-Zustand für Vaihingen „keine Veränderung“. Vaihingen sei aber in einer Sonderposition durch seine Lage an der Schnellbahntrasse von Mannheim nach Stuttgart – und hier ergibt sich durchaus ein Vorteil: Denn auf dieser Strecke sind weitere Interregio-Express-Züge geplant, die für Vaihingen eine „spürbare Verbesserung“ der Anbindung nach Stuttgart bringen würden.

Für Sachsenheim sieht die Sache anders aus. Der Bürgermeister Horst Fiedler erkennt in dem aktuellen Konzept „überhaupt keine Verbesserung“ gegenüber dem Status quo. Das Land möchte die aktuell noch stündlich fahrende S-Bahn aus Karlsruhe, die in Bietigheim endet, durch einen Metropolexpress ersetzen. Endstation bliebe aber weiterhin Bietigheim – wer weiter nach Stuttgart will, müsste umsteigen. „Wenn wir schon einen Metropolexpress haben, muss der auch in die Metropole fahren“, sagt Fiedler.

Darauf dringt auch der Verkehrsclub Deutschland. Der Landesvorsitzende Matthias Lieb fordert zudem, dass die Expresszüge auch in Feuerbach halten. Eine Studie zur Verlängerung der S-Bahnlinie S 5 hatte ergeben, dass viele Pendler aus Vaihingen und Umgebung dort aussteigen. Dazu aber wären Umbaumaßnahmen am dortigen Bahnhof nötig.
Das Land prüft das Flügelungskonzept

Das Land prüft derzeit eine Variante, die den Halbstundentakt ohne Umsteigen ermöglichen könnte: Beim sogenannten Flügelungskonzept würde der Metropol­express aus Pforzheim, der in Bietigheim endet, mit einem Zug aus Heilbronn verbunden und dann bis zum Stuttgarter Hauptbahnhof durchfahren.

Dazu wiederum müsste der Bahnhof in Bietigheim umgebaut werden. Zum einen müssten die Bahnsteige verlängert werden, zum anderen bräuchte es wohl ein zusätzliches Gleis. Die Nahverkehrsgesellschaft und das Landesverkehrsministerium haben bei der Bahn um die notwendigen Daten für eine Kostenkalkulation gebeten. „Wir warten immer noch auf die Grunddaten der Deutschen Bahn, solange können wir keine Kosten nennen“, sagt der Ministeriumssprecher Edgar Neumann. Insgesamt brauche das Land für die Verbesserung des Schienenpersonennahverkehrs mehr Regionalisierungsmittel vom Bund.

Die S-Bahn-Verlängerung ist damit nicht vom Tisch. „Falls das Land das Metropolexpress-Projekt nicht wie versprochen realisiert, müssen wir darüber reden, ob die S-Bahn nicht doch das bessere Konzept ist“, sagt Jürgen Wurmthaler, der leitende Direktor für Infrastruktur beim Verband Region Stuttgart. Das sieht auch Sachsenheims Bürgermeister Horst Fiedler so: „Wir bleiben weiter dran.“

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