14/04/2026
Ein dickes „Danke“ nach Berlin:
Sehr geehrte Bundesregierung,
als Spediteur möchte ich mich heute einmal ganz förmlich und mit Tränen der Rührung in den Augen für Ihre beispiellose Unterstützung in Sachen Spritpreise und Lebenshaltungskosten bedanken. Es ist wirklich beeindruckend, mit wie viel Weitsicht und Praxisnähe Sie uns „Helden des Alltags“ unter die Arme greifen.
Während viele Speditionen aus Osteuropa dort günstig volltanken und hier fleißig gegen die Kabotage verstoßen, was kaum geahndet wird und Preise kaputtmachen….schauen wir zu. Kaum zu Schweigen vom Arbeitszeitgesetz, wo für o.g. das erst gar nicht gilt, auch wenn diese nonstop in Deutschland fahren 👏
# # # Unsere Highlights Ihrer Entlastungspolitik:
* **Der psychologische Effekt:** Vielen Dank, dass Sie die Spritpreise erst auf Rekordniveau steigen lassen, um uns dann mit einer „Entlastung“ zu beglücken, die sich anfühlt, als würde man ein brennendes Haus mit einer Wasserpistole löschen. Das hält uns mental wach!
* **Logistik für Fortgeschrittene:** Dass wir unsere LKWs, vollgepackt mit Lebensmittel, Getränke und anderen Waren, leider nicht gegen ein günstiges ÖPNV-Ticket eintauschen können, ist sicher nur ein kleines Detail. Ich freue mich schon darauf, die 34 Europaletten Getränke im Lastenfahrrad durch drei Landkreise zu kutschieren, damit die Regale voll bleiben.
* **Das Geniestreich-Modell „Einmalzahlung“:** Ein ganz besonderer Dank gilt der glorreichen Idee, die Entlastung der Bürger einfach an uns Arbeitgeber auszulagern. Dass wir die Einmalzahlungen an unsere Mitarbeiter aus eigener Tasche stemmen dürfen, während unsere Lohn- und Spritkosten explodieren, war sicher die **einfachste und eleganteste Lösung** für Sie. Es ist schön zu wissen, dass Sie volles Vertrauen in die unendlichen Goldreserven des Mittelstands haben.
* **Marktwirtschaftliche Ironie:** Es ist schön zu sehen, dass die Entlastungen oft genau dort versickern, wo sie am wenigsten gebraucht werden – während wir an der Zapfsäule weiterhin das Gefühl haben, flüssiges Gold zu tanken, um überhaupt zum Kunden zu kommen.
# # # Fazit
Wir fühlen uns wirklich **„wertgeschätzt“**. So sehr, dass wir uns kaum trauen, die nächste Rechnung an unsere Kunden zu schreiben, weil wir die gestiegenen Kosten ja irgendwie auffangen müssen – aber das ist sicher auch so geplant, um die Inflation mal so richtig in Schwung zu bringen, oder?
Machen Sie weiter so! Wir arbeiten derweil einfach doppelt so viel, damit am Ende zumindest die Steuern pünktlich bei Ihnen ankommen, während wir für die nächste Tankfüllung wahrscheinlich einen Kleinkredit aufnehmen.
Mit speditionellen Gruß
Ihr (immer noch) arbeitender Mittelstand
Aber bald sind ja Wahlen 👏