26/08/2026
**Konstanz plant die Zukunft – und lässt dabei den Bestand im Stich?**
Das K9 Kulturzentrum kämpft um seine Zukunft. Steigende Kosten, eine höhere Miete, ausstehende Zuschüsse und notwendige Sanierungen haben den Verein laut SÜDKURIER erstmals an den Rand der Zahlungsunfähigkeit gebracht.
Und wir fragen uns: **Wie kann das in einer Stadt wie Konstanz passieren?**
Das K9 ist kein kurzlebiges Projekt. Seit mehr als 25 Jahren bietet es Raum für Konzerte, Kabarett, Theater, Lesungen, Diskussionen, interkulturelle Begegnungen und gesellschaftlichen Austausch. Hier erhalten auch regionale und noch unbekannte Künstlerinnen und Künstler eine Bühne.
Das K9 leistet seit Jahrzehnten genau das, was die Stadt in ihren Konzepten immer wieder verspricht: **Kultur, Begegnung, Vielfalt, Zusammenhalt und Teilhabe.**
Die Stadt selbst bezeichnet das K9 als wichtigen Kulturort. Erst im März 2026 würdigte sie dessen Engagement für Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Umso unverständlicher ist es, wenn eine solche Einrichtung nun um ihre Existenz kämpfen muss.
**Warum entwickelt die Stadt immer neue Projekte, Konzepte und mögliche Zuschussbetriebe, wenn sie offenbar nicht in der Lage ist, bewährte Einrichtungen dauerhaft abzusichern?**
Neue Ideen können wichtig sein. Aber Zukunftsplanung darf nicht bedeuten, dass man ständig Neues ankündigt, während gewachsene und funktionierende Strukturen finanziell ausbluten.
Jeder neue Betrieb verursacht dauerhaft Personal-, Unterhalts-, Energie- und Folgekosten. Deshalb muss vor jedem neuen Großprojekt ehrlich geprüft werden:
* Können wir unsere bestehenden Einrichtungen ausreichend finanzieren?
* Welche dauerhaften Folgekosten entstehen?
* Welchen konkreten Nutzen hat das Projekt für die Bürgerinnen und Bürger?
* Ist es von Beginn an vollständig barrierefrei?
* Werden Menschen mit Behinderung bereits bei der Planung beteiligt?
* Welche bestehenden Angebote könnten mit demselben Geld gesichert und verbessert werden?
**Erhalt vor Prestige – Sanierung vor Selbstdarstellung – Teilhabe vor schönen Überschriften!**
Besonders wichtig ist uns die Situation von Menschen mit Handicap. Kultur ist kein Luxus und darf nicht nur für Menschen zugänglich sein, die Treppen überwinden, lange stehen oder sich problemlos durch enge Räume bewegen können.
Barrierefreiheit bedeutet wesentlich mehr als irgendeine Rampe am Eingang.
Dazu gehören:
* ein stufenloser und ausreichend breiter Zugang,
* verlässliche Aufzüge,
* barrierefreie Toiletten,
* geeignete Rollstuhlplätze mit freier Sicht,
* Platz für Begleitpersonen direkt daneben,
* gut erreichbare Behindertenparkplätze,
* verständliche Informationen zur Barrierefreiheit vor jeder Veranstaltung,
* Sitzmöglichkeiten und Ruhezonen,
* geschultes und hilfsbereites Personal,
* Angebote für Menschen mit Seh-, Hör- oder kognitiven Einschränkungen,
* bezahlbare Eintrittspreise und echte soziale Teilhabe.
Bestehende Kulturorte wie das K9 sollten deshalb nicht nur erhalten, sondern gemeinsam mit Betroffenen Schritt für Schritt barrierefreier gemacht werden.
**Menschen mit Handicap müssen dabei mitentscheiden dürfen – und nicht erst dann gefragt werden, wenn bereits alles geplant und gebaut ist.**
Es entsteht zunehmend der Eindruck, dass in Konstanz gerne große Zukunftsbilder entworfen werden, während Vereine, soziale Initiativen, Kulturstätten und bewährte Begegnungsorte um jeden Euro kämpfen müssen.
Doch eine Stadt lebt nicht von Konzeptpapieren und neuen Prestigeprojekten. Sie lebt von den Menschen, die sich über Jahre ehrenamtlich engagieren und mit viel Herzblut Räume für Gemeinschaft schaffen.
Wenn das K9 nach mehr als 25 Jahren wegen steigender Kosten, höherer Miete und verspäteter Zuschüsse in Existenznot gerät, dann ist das nicht nur das Problem eines Vereins. Es ist ein deutliches Warnsignal für die Kultur- und Finanzpolitik der Stadt Konstanz.
**Unsere klare Forderung an Gemeinderat und Stadtverwaltung:**
Sichern Sie zuerst den Bestand. Sorgen Sie für verlässliche und pünktliche Zuschüsse. Entwickeln Sie gemeinsam mit dem K9 eine langfristige Finanzierung. Klären Sie die Verantwortung für notwendige Sanierungen. Investieren Sie gezielt in Barrierefreiheit und beteiligen Sie Menschen mit Handicap verbindlich an allen Planungen.
Konstanz braucht nicht ständig neue Versprechen. Konstanz muss endlich Verantwortung für das übernehmen, was bereits da ist und seit Jahrzehnten funktioniert.
**Denn wer den Bestand nicht erhalten kann, sollte sehr genau erklären, warum er immer neue Projekte beginnen will.**
Silvia & Thomas
*Familie Kopp – Barrierefreiheit bei Reisen, zu Hause und im Leben*
Artikel: [K9 Kulturzentrum in Konstanz kämpft um seine Zukunft](https://www.suedkurier.de/kreis-konstanz/k9-kulturzentrum-in-konstanz-kaempft-um-seine-zukunft-115042137)
**Transparenzhinweis:** Dieser Beitrag wurde von Silvia und Thomas Kopp inhaltlich veranlasst und unter Verwendung öffentlich zugänglicher Informationen erstellt. Bei der sprachlichen Ausarbeitung und Strukturierung wurden wir durch Künstliche Intelligenz (KI) unterstützt.