28/10/2023
Ein weitere Bericht, der die positiven Reaktionen der letzten MZ- Berichte beschreibt.
Einfach mal durchlesen.
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Mittwoch, 25. Oktober 2023, Meinerzhagener Zeitung / Kierspe
Große Freude über weitere Fahrer
Bürgerbusverein blickt inzwischen deutlich gelassener in die Zukunft
VON GÖRAN ISLEIB
Ralf Heisel (2. Vorsitzender) und Jörg Anweiler (3. Vorsitzender) vom Bürgerbusverein Kierspe übernehmen derzeit auch die Aufgaben der Geschäftsführung. Die Stelle beim Kiersper Bürgerbusverein ist durch einen Sterbefall vakant. Fotos: Isleib
Kierspe – Noch Ende Juli dieses Jahres stand der Bürgerbusverein Kierspe auf Messers Schneide. Damals stand es in der MZ: Wenn nicht schnellstens Fahrer gefunden werden, dann ist voraussichtlich im November Schluss mit dem Kiersper Bürgerbus, den es seit Mitte der 1990er-Jahre gibt. Im November soll der Bürgerbusverein eine neue Lizenz erhalten. Die aber gibt es nur, wenn genügend Fahrer zur Verfügung stehen.
Der Druck ist etwas raus
In Kürze beginnt der November. Und wie geht es dem Bürgerbusverein heute? Bestens, denn: Durch den verzweifelten Hilferuf in der MZ haben sich acht Fahrer gemeldet (einer davon aus Halver), die inzwischen für den Bürgerbusverein unterwegs sind. Der Druck ist etwas raus. „Das hat wirklich was gebracht mit dem Artikel in der MZ“, freut sich Jörg Anweiler, der selbst noch gar nicht so lange für den Verein fährt – das aber mit großem Spaß und Engagement. Fünf weitere Fahrer sind – sa- lopp gesagt – in der Pipeline. Sie werden momentan auf das Fahren des Busses vor- bereitet. Da gibt es zum Beispiel die obligatorische Gesundheitsprüfung mit dem Seh- test (➔ Infokasten). Auch der Personenbeförderungsschein muss beantragt werden. Dann geht es darum, dass die neuen Fahrer zunächst hospitieren. Das bedeutet, sie fahren mit einem „alten Hasen“ mit, schau- en sich an, wo auf der Strecke Besonder- heiten zu beachten sind, schauen dem Fahrer über die Schulter, um das gesamte Prozedere vom Rangieren auf engen Stra- ßen bis zum Ausfüllen der Fahrgeldabrech- nung zu verinnerlichen. Fühlt sich der „Neue“ irgendwann sicher genug, darf er den Bus selbst steuern. Aber auch dann fährt noch ein erfahrener Fahrer/eine er- fahrene Fahrerin mit, bis alle Unsicherhei- ten aus dem Weg geräumt sind.
Könnten mehr gebrauchen
„Auch wenn wir jetzt so viele Fahrer haben, was wirklich sehr gut ist, wir könnten auch noch mehr gebrauchen“, sagen Jörg Anwei- ler und Ralf Heisel. Denn momentan sei es so, dass zwischenzeitlich auch zwei Touren hintereinander von nur einem Fahrer ab- solviert werden müssen, was mitunter an- strengend sein kann, vor allem aufgrund der verkehrlichen Situation in Kierspe.
Ralf Heisel ist übrigens Zweiter Vorsitzen- der des Bürgerbusvereins Kierspe, Jörg Anweiler Dritter im Bunde. Beide haben im Moment mehr Arbeit als gewöhnlich. Das liegt daran, dass nach einem bedauerli- chen Sterbefall die Stelle des Geschäftsfüh- rers/der Geschäftsführerin zurzeit nicht besetzt ist. „Wir teilen uns die anfallende Arbeit“, sagt Jörg Anweiler, „was aber eine zusätzliche Belastung bedeutet“, pflichtet ihm Ralf Heisel bei. Letzterer will zukünftig lieber nicht mehr fahren. „Ich habe das mehr als 14 Jahre lang gemacht, irgend- wann muss Schluss sein“, sagt er. Zugleich versichert er aber, dass er dem Verein treu und selbstverständlich ehrenamtlich erhal- ten bleibe.
Wenn der Bürgerbusverein im kommen- den November eine Verlängerung der Konzession bekommt, gilt die zunächst für ein weiteres Jahr. Hält der Verein das durch und kann auch zukünftig auf eine ausreichende Menge an Fahrerinnen und Fah- rern zurückgreifen, verlängert sich die Kon- zession ab 2024 um weitere zehn Jahre.
Momentan braucht man als Busfahrer, selbst wenn man den Bürgerbus durch
Kierspe fährt, ein dickes Fell. Der Verkehr hat enorm zugenommen. Vor allem seit- dem die Autobahn unterbrochen ist, fahren deutlich mehr Lkw durch Kierspe und sind damit auch auf den Straßen unter- wegs, die vom Bürgerbus genutzt werden. „Das führt auch dazu, dass wir mitunter etwas verspätet die Haltestellen anfahren“, sagt Jörg Anweiler. Dass ihm die Touren dennoch großen Spaß machen, merkt man ihm sofort an. Fahrgäste werden freund- lich begrüßt, oftmals sind es inzwischen „alte Bekannte“, die den Service nutzen. „Man kennt sich eben und weiß, wie der andere tickt.“ Anweiler und Heisel würde sich freuen, wenn sie noch mehr Kollegin- nen und Kollegen begrüßen könnten.
„Zu Ostern gibt’s Ostereier für die Fahrgäs- te und an Weihnachten einen Schoko-Niko- laus, wo gibt es das sonst noch...“, lacht Anweiler. Rund eine Stunde dauert eine Tour kreuz und quer durch Kierspe, unterbrochen durch eine Pause.
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