23/12/2025
Ein kurzer Weihnachts- und Neujahrsgruß
(Hinweis: Frei erfundene Geschichte)
Es war der 30. Dezember 2025. Karola Karofrau stand am Fenster ihrer Wohnung im dritten Stock in Augsburg und fragte sich ernsthaft, ob sie in einem früheren Leben eine schwere Sünde begangen hatte. Vielleicht hatte sie Welpen geschubst. Oder die GEZ geprellt. Anders war dieses Wetter nicht zu erklären. Draußen tobte kein Schneesturm. Es war die weiße Apokalypse.
Sie und Max Muster wollten zusammenziehen. Die Idee klang im Juli noch wie ein romantisches Märchen. Jetzt sah die Realität eher aus wie ein Survival-Training ohne RTL-Kamerateam. Max stand hinter ihr und redete etwas von Wetterstatistiken und dass dies ein Jahrhundertereignis sei. Karola liebte Max. Er war ihr Fels. Aber manchmal ist ein Fels auch einfach nur ein Stein, der im Weg liegt.
Ein LKW schob sich durch die Schneewehen auf der Straße. Er schwankte wie ein besoffener Seemann. Umzugsservice Pfeilschifter. Dass die überhaupt fuhren, war entweder Heldenmut oder Wahnsinn.
Es klingelte. Karola öffnete die Tür. Ein Schwall Eisluft fegte durch den Flur. Vier Gestalten traten ein. Sie sahen aus, als kämen sie direkt von der Front.
Fleitcher klopfte sich den Schnee von der Jacke. Er wirkte völlig unbeeindruckt. Er sah Max an und nickte knapp.
„Schnee allein, bringt Glück herein, aber hey, wir übernehmen jeden Fall“, sagte er trocken.
Hinter ihm zappelte Simon. Der Mann bestand nur aus Energie und Kraft.
„Los, schneller, sonst frieren wir fest“, rief Simon und griff sich den ersten Karton noch bevor er richtig Hallo gesagt hatte.
Dann waren da noch Gabriel. Wortkarg. Schnell. Und Margot. Die Dame bewegte sich zwischen den Umzugskartons mit einer Eleganz, als wäre sie auf einem Empfang beim Bundespräsidenten und nicht in einer vollgestopften Wohnung in Augsburg.
Der Abbau begann. Fünf Schränke. Karola stand im Weg. Sie fühlte sich nutzlos. Max hingegen fühlte sich berufen. Er stand neben Fleitcher der gerade eine Schrankwand zerlegte. Max hob den Zeigefinger.
„Pass auf das Gewinde auf. Du weißt ja. Seit das deutsche Reich besteht, wird eine Schraube links gedreht“, dozierte Max.
Fleitcher hielt inne. Er sah die Schraube an. Dann sah er Max an. Er sagte nichts. Er drehte die Schraube einfach raus. Karola war sich sicher, dass Max den Spruch völlig falsch zitiert hatte, aber sie schwieg. Sie wollte nur dass dieser Schrank verschwand.
Das Beladen war ein Kampf. Der Wind heulte. Die Männer und Margot schleppten Möbel über vereiste Gehwege. Gabriel wuchtete eine Kommode auf die Laderampe. Der Wind peitschte ihm Schnee ins Gesicht. Er grinste nur schief.
„Grillen im Winter, bei schönem Wetter kann jeder“, murmelte Gabriel und verschwand im Laderaum.
Aus dem Inneren des LKW hörte man Fleitchers Stimme.
„Tetris im Winter, ist nichts für Kinder.“
Karola wollte weinen. Sie wollte sich in eine Decke wickeln und warten bis 2025 vorbei war. Aber sie riss sich zusammen. Sie kochte Kaffee. Literweise. Das war ihr Beitrag. Drogenhandel mit Koffein.
Die Fahrt nach Landsberg war ein Horrorfilm. Karola saß neben Max und betete zu Göttern an die sie gar nicht glaubte. Max erklärte die Physik von Winterreifen auf Blitzeis. Karola hörte nur ein Rauschen und spielte mit dem Gedanken, einfach aus dem Wagen zu springen.
Ankunft in Landsberg. Reihenmittelhaus. Der Albtraum eines jeden Möbelpackers. Langer Laufweg. Und Schnee der bis zu den Knien reichte.
Das Team stieg aus. Keine Beschwerden. Nur dieser Galgenhumor der wohl Einstellungskriterium bei Pfeilschifter war.
„Ist der Umzug kalt und weiß, wird der Sommer wieder heiß“, rief Simon. Er rutschte fast aus fing sich aber artistisch mit einer Kiste Bücher in der Hand. Und Gabriel ergänzte trocken, „Wollte schon immer ein Polarforscher sein.“
Karola griff zur Schneeschaufel. Max tat es ihr gleich. Es war eine Sisyphusarbeit. Sobald sie einen Meter freigeschaufelt hatten, wehte der Wind zwei Meter zu. Karola spürte, wie ihr die Tränen kamen. Die Kälte tat weh. Die Verzweiflung drückte auf ihre Brust.
„Das schaffen wir nie“, flüsterte sie.
Max hörte auf zu schaufeln. Er sah sie an. Seine Brille war beschlagen.
„Doch. Das schaffen wir. Wir sind ein Team. Und die Truppe da drüben sind wie Maschinen.“
Fleitcher trug Dinge die physikalisch gar nicht tragbar sein sollten. Margot balancierte das gute Porzellan durch den Sturm, ohne auch nur zu wackeln. Gabriel lief wie ein Uhrwerk. Hin und her. Immer stoisch. Immer vorwärts.
Stunde um Stunde verging. Die Dunkelheit brach herein. Der Sturm wurde schlimmer. Aber das Haus füllte sich.
Irgendwann stand der letzte Schrank. Die Küche war voller Kartons. Das Team Pfeilschifter stand im Flur. Nass. Durchgefroren. Aber fertig.
Fleitcher nickte Karola zu.
„Viel Glück im neuen Heim.“
Simon zitterte aber er lächelte. Margot wünschte alles Gute mit einer Sanftheit die gar nicht zum Wetter passte. Dann waren sie weg. Verschluckt von der weißen Hölle draußen.
Karola und Max standen allein im Flur. Es war kalt. Es zog. Aber sie waren da. Max nahm Karola in den Arm. Er drückte sie fest an sich.
„Siehst du“, sagte Max leise. „Die Statistik lügt nie. Irgendwann ist jeder Umzug vorbei.“
Karola lachte. Ein hysterisches erschöpftes Lachen. Sie kramten zwei Tassen aus einem Karton. Max fand eine Flasche Wein. Sie setzten sich auf den Boden zwischen Kisten und Schrankteilen. Karola hob ihre Tasse.
„Frohe Ostern“, sagte sie ironisch.
Es war der 30. Dezember. Aber Sarkasmus war das Einzige, was noch warm hielt. Sie hatten überlebt. Den Schnee. Den Umzug. Und Max' Reime.
Ich wünsche euch allen da draußen schöne Weihnachten und einen guten RUTSCH. Passt auf euch auf. Und denkt immer daran. Wer bei diesem Wetter umzieht hat entweder Mut oder einen wirklich guten Umzugsservice wie
Umzugsservice Pfeilschifter!
Euer
Tino Pfeilschifter