24/04/2025
Yacht in Can Pastilla gestohlen!
Hier ist die Geschichte dazu - mich hat das ein wenig traurig gemacht und mir mal wieder vor Augen geführt, was für ein privilegiertes Leben wir fast alle führen dürfen. Daran sollten wir jeden Tag denken! Trotzdem etwas Werbung dazu - wenn ihr auch auf Mallorca segeln möchtet - ihr müsst keine Yacht aufbrechen: https://www.charterzentrum.de/yachtcharter-mallorca.html
Ein Hauch von Freiheit:
Wie zwei Obdachlose mit einer gestohlenen Yacht einen kurzen Traum vom Ausbruch lebten
Fast wie aus einem Film: Zwei Obdachlose schnappen sich unbemerkt eine Segelyacht, um dem tristen Alltag für einen Moment zu entkommen. Doch ihr Ausflug endet schneller, als gedacht – und zwingt sie zu einer schwierigen Entscheidung.
Was klingt wie das Drehbuch eines gesellschaftskritischen Spielfilms, hat sich tatsächlich am Sonntag (20.4.) im Hafen von Can Pastilla zugetragen: Zwei wohnungslose Männer, die normalerweise am Flughafen von Palma übernachten, haben sich in einer spontanen Aktion eine Luxusyacht „geborgt“, um wenigstens für einen Augenblick den Zwängen ihres Lebens zu entkommen und die Freiheit auf dem Wasser zu spüren.
Der Wunsch, einfach mal auszubrechen
Die beiden Männer, ohne Zuhause und festgefahren in einem Leben am Rand der Gesellschaft, fassten offenbar den Entschluss: einmal raus, einmal das eigene Schicksal selbst in die Hand nehmen. Vom Flughafen zogen sie los in Richtung Can Pastilla, wo sie im nahegelegenen Yachtclub San Antonio eine etwa zwölf Meter lange Segelyacht entdeckten – edel ausgestattet, ein Sinnbild für Reichtum und das Leben auf der Sonnenseite.
Was diese Geschichte so besonders macht: Einer der beiden kennt sich mit Booten aus, hat offenbar früher selbst Erfahrung auf See gesammelt. Vielleicht war es die Erinnerung an bessere Zeiten, die ihn dazu brachte, seinen Freund zu überzeugen, das Abenteuer zu wagen.
Ein kurzer Moment des Triumphs
Und tatsächlich: Die beiden stechen in See. Für einen Moment ist sie da, die ersehnte Freiheit. Das weite Meer, das sanfte Schaukeln des Bootes, dazu gut gefüllte Vorräte und hochprozentiger Alkohol. Doch der Höhenflug währt nicht lange. Nach dem reichhaltigen Mahl und ein paar Gläsern zu viel verliert der selbsternannte „Kapitän“ das Bewusstsein.
Hier nimmt die Geschichte eine dramatische Wendung: Der zweite Mann, nun allein an Bord und ohne Ahnung, wie das Schiff zu steuern ist, gerät in Panik. Der Traum von der Freiheit schlägt um in Angst vor dem Kontrollverlust – das weite Meer wird zur Bedrohung.
Notruf an die Seenotretter – und das Ende des Traums
Verzweifelt greift er schließlich zum Funkgerät und bittet die Seenotrettung um Hilfe – ausgerechnet jene, vor denen sie eigentlich hätten fliehen wollen. Doch selbst mit Anweisungen gelingt es dem Mann nicht, die Position des Bootes zu bestimmen. Am Ende bleibt ihm nur eine Möglichkeit: Er wirft das Notfunkgerät ins Wasser – das Gerät sendet automatisch den Standort an die Rettungskräfte.
Als die Seenotretter gemeinsam mit der Guardia Civil eintreffen, ist die Erleichterung bei den beiden Abenteurern groß. Das Boot wird mit einem Schlepper zurück in den Hafen von Sa Ràpita gebracht. Der Eigentümer zeigt sich später empört über den Zustand seiner Yacht: verdreckt und beschädigt.
Die beiden Männer werden vorläufig wegen Diebstahls festgenommen, kommen aber wenig später wieder auf freien Fuß – zurück in einen Alltag, der ihnen kaum Chancen auf echte Freiheit lässt.