23/10/2017
Liebes facebook - bis gestern war ich stolz auf mein Unternehmen. Eigentlich wollte ich heute Bilder von der Seniorenmesse Norderstedt posten, auf der Alsterschlepper dieses Wochenende wieder erfolgreich mit einem tollen Stand vertreten war. Dort erhielten wir viel Zuspruch und Lob. Man honorierte, daß wir als Unternehmen in der Entrümpelungsbranche mit festangestellten Mitarbeitern arbeiten, die von ihrer Arbeit gut leben können. In einem Umfeld, wo doch sehr viele Mitbewerber mit prekären Beschäftigungsverhältnissen arbeiten. Wir waren stolz, daß unsere Mitarbeiter für ungelernte Tätigkeiten selbst im Aushilfsbereich 10 Euro die Stunde bekommen. Unsere Integrationsleistung wurde honoriert, da wir viel mit Migranten arbeiten und Ihnen einen ersten Schritt in den Arbeitsmarkt ermöglichen - Ihnen Stolz und Würde zurückgeben und sie täglich mit Kunden und der Gesellschaft positiv in Kontakt bringen. Und selbst meine ungelernten Aushilfen, die kaum deutsch sprechen, verdienen hier ab der ersten Stunde genausoviel wie meine festangestellten deutschen Mitarbeiter. Wir sind stolz auch auf Jamil, unseren afghanischen Mitarbeiter, der bei uns als Fahrer zu 11 Euro brutto eine Vollzeitanstellung gefunden hat und nun mit seiner Familie ein selbstständiges Leben in einer eigenen Wohnung führt und seit 18 Monaten Steuern zahlt. Übrigens mit Förderung und Unterstützung der Bundesagentur für Arbeit, die damals sogar einen Teil seines Gehaltes übernahm, um ihm diese Chance zu ermöglichen.
Heute bekam ich von einer meiner Aushilfen ein Schreiben von gleicher Stelle gezeigt. Ein junger Mann, der bei mir als ungelernte Aushilfe arbeitet und wenig deutsch spricht - er war tränenüberströmt und aufgelöst. Warum ? Weil die Bundesagentur für Arbeit ihm seine Beschäftigung für 10 Euro die Stunde als Minijobber bei uns VERBOTEN hat mit dem Hinweis auf sittenwidrige Lohnbedingungen. Laut der Stadt Hamburg habe ich meinem Mitarbeiter mindestens 11,33 Euro die Stunde zu zahlen - ansonsten sei ich wohl ein Sklavenbetrieb. Nochmal - wir reden von der Entrümpelungsbranche, ungelernter Aushilfstätigkeit ohne Deutschkenntnisse. Meine deutschen festangestellten Mitarbeitern dürfte ich mit Unterstützung dieser Behörde mit Kusshand für 8,84 Euro beschäftigen und sie bekommen real 10-11 Euro. Denen soll ich jetzt erklären, warum meine Aushilfe mindestens 11,33 verdienen muss ? Was ist die Konsequenz ? Dieser Mitarbeiter wird nun auf Grund einer völlig an den Haaren herbeigezogenen behördlichen Willkürmassnahme von mir entlassen werden müssen, da er das gesamte Lohngefüge aus den Fugen heben würde - nochmal: in einer Branche, wo überproportional prekäre Beschaftigungsmodelle herschen.
Dann wird dieser Mensch geknickt und psychisch angeschlagen in Zukunft wieder in seinem Containerdorf sitzen, einen verständlichen Hass auf Behörden und vielleicht Deutsche insgesamt entwickeln - denn mal ehrlich: Die Behörde ist ja nicht in der Lage ihm als unqualifizierten Nichtsprachler eine Arbeitsstelle zu 11,50 zu beschaffen. Im Gegenteil - die Behörde hat es ja auch nicht geschafft ihm eine Stelle für 10 Euro zu beschaffen. Die Behörde schafft es nur, den Wut auf die Institutionen zu schüren. Erklären Sie ihm doch mal, warum hier mehrere Aushilfen aus Syrien und ein festangestellter Afghane für 10 - 11 Euro arbeiten dürfen - er aber nicht ???
Und erklären Sie mir gerne wessen Gehalt ich mit meinen über 6000 Euro direkten Steuern letzten Monat gezahlt habe ? Wozu bezahle ich als Unternehmer mindestens 2 von solchen Behördenmitarbeitern ? Ich glaube das mein Geld besser angelegt wäre in einem vernünftigen Deutschkurs für meinen EX-Mitarbeiter - denn dann kann er ohne weitere Qualifikation Ihre Stelle ausfüllen - wahrscheinlich sogar effektiver und motivierter.
Gerne stehe ich für Hintergrundinformationen auf Anfrage zur Verfügung.