25/06/2021
Unser Storchenhorst
Mit insgesamt fünf Eiern im Gelege hatte das bei uns nistende Storchenpaar einen vielversprechenden Start in die diesjährige Brutsaison.
Es waren dann am 21. Mai auch fünf Küken geschlüpft. Sie entwickelten sich normal und wurden von den Eltern gut mit Nahrung versorgt. Auf ungeklärte Weise war aber dann am 30. Mai eines der zuerst geschlüpften Küken abgängig und nicht aufzufinden.
Am 12. Juni fanden wir ein weiteres Küken tot auf. Es lag etwa 25 m Weit vom Horst entfernt, war in gutem Ernährungszustand und äußerlich völlig intakt. Die näheren Umstände dieses Verlusts bleiben ebenfalls unklar. Es kam aber zeitgleich infolge eines Unfalls bei der Futtersuche am Straßenrand einer der Altstörche um´s Leben. Der verbliebene Altstorch versorgte nun alleine die auf dem Horst verbliebenen Küken. Eines von diesen verstarb überraschend am 21. Juni gegen 19 Uhr.
Das ist zwar ein betrüblicher Verlauf. Aber es handelt sich um freilebende Tiere. Was anders zu betrachten ist als wenn es sich um eine Gefangenschaftshaltung handeln würde, bei der die menschliche Obhut maßgeblich das Geschehen mitbestimmt. Man muss deshalb, auch bei aller emotionalen Bindung, die man womöglich über die Horstkamera entwickelt hat. Die bei uns lebenden Störche sind Wildtiere und unterliegen den natürlichen Vorgängen, zu denen auch der frühzeitige Tod von Küken als normales Ereignis gehört. Auch unterliegen die Störche den naturschutzrechtlichen Bestimmungen, nach denen die natürlichen Abläufe nicht gestört werden dürfen. Dazu zählt unter anderem auch das Verbot, Tiere an den Brutstätten zu stören oder zu beunruhigen. Somit verbietet sich für uns auch das Eingreifen, um z. B. den Tierkörper des verstorbenen Jungen aus dem Horst zu entnehmen. Abgesehen davon, dass damit das Tier nicht wieder zum Leben zurückkehren würde!
Da kein Hinweis auf irgendwelche Besorgnis erregende äußere Umstände wie etwa grassierende Erkrankungen o. ä. vorliegt, die etwa nach veterinärmedizinischen Untersuchungen verlangen würden, besteht keinerlei Anlass, sich an dem Horst zu schaffen zu machen. Damit würden die dort verbliebenen Jungtiere erheblich gestört, beunruhigt oder sogar gefährdet. Denn diese würden womöglich vor der Störung zu flüchten versuchen und dabei über den Nestrand hinausgeraten und tödlich abstürzen.
Deshalb halten wir uns mit irgendwelchen verfehlten, aktionistischen Maßnahem strikt zurück und hoffen auf eine weiter gute Entwicklung der noch verbliebenen Küken.
Wir respektieren, dass die bei uns lebenden Störche echte Wildtiere sind und im natürlichen Geschehen sich erfolgreich zeigen werden.
Ihre Katrin Stahl