03/05/2026
Blick nach Baden-Württemberg: Bei dem Projekt Regionalstadtbahn Neckar-Alb stehen für die Durchquerung der Innenstädte jeweils 2 konträre Trassierungsvarianten zur Diskussion: Zum einen ein Verbleib auf der ortsferneren Bestandsstrecke oder eine Neutrassierung in Innenstadtlage. Während die Bestandsstrecken durch kreuzungsfreiere Linienführung und weniger Haltestellen eine höhere Reisegeschwindigkeit und damit kürzere Reisezeiten für Pendler ermöglichen, die längere Distanzen zurücklegen, bieten die Innenstadttrassen regelmäßig eine bessere Feinerschließung der innerörtlichen Ziele. Die kürzeren Wege zu den Haltestellen kompensieren dabei die Fahrzeitverluste durch mehr Haltestellen und geringere Fahrgeschwindigkeiten. Eine Innenstadttrasse ist zudem häufig Anlass für eine grundlegende Aufwertung der Innenstädte. Eine Vorzugswürdigkeit der einen oder anderen Variante kann aber nicht generell sondern nur im Einzelfall vor Ort beurteilt werden. In Pfullingen findet wird am 21. Juni ein Bürgerentscheid statt. In Tübingen wurde die Innenstadttrasse bereits verworfen. Auch in Pfullingen ist wohl eher mit einer Mehrheit für die "Beharrungskräfte" (Nimbys) zu rechnen.
https://rsb-pfullingen.de/
https://www.regional-stadtbahn.de/faq-echaztalbahn-pfullingen
Wie eine verträgliche Kompromisslösung aussehen kann, zeigt das Beispiel der Frechener Innenstadt, wo ebenfalls die Stadtbahn aus der ortsferneren Bahntrasse ausgefädelt wurde. Die Beschränkung auf eingleisige Streckenführung in der Fußgängerzone lässt allerdings nicht mehr als einen 10- Min.- Takt zu. Foto: alamy.com