kämpft seit mehr als 24 Jahren gegen krankmachenden Bahnlärm und Erschütterungen in Düsseldorf-Angermund. Die heute bereits viergleisige TEN-Hochleistungstrasse, die Schienenverkehre mitten durch Düsseldorf-Angermund führt, ist das Nadelöhr und wichtigstes Bindeglied für den Schienenverkehr und zwischen den Ballungsräumen im Ruhrgebiet und Düsseldorf/Rheinland und gilt als eine der dichtest befahr
ensten Bahntrassen Europas. Laut Aussagen der Deutschen Bahn fahren heute bereits mehr als 500 Züge täglich mitten durch den Stadtteil. Dabei rast der Schienenfernverkehr mit lauten 200 km/h mitten durch unsere Wohngebiete. Im Zuge der Taktverdichtung des Rhein-Ruhr-Express (RRX) und des Deutschlandtakts wird die Trasse in Angermund weiter ausgebaut, die Zugzahlen und der Bahnlärm weiter zunehmen. Statt bisher mehr als 500 werden dann täglich mindestens 700 Personen- und Güterzüge durch den Düsseldorfer Stadtteil donnern. Trotz dieser enormen Zugzahlen und der enormen Belastung für unsere Heimat, unsere Lebensqualität und vor allem unsere Gesundheit, plant die Deutsche Bahn lediglich Lärmschutzwände und das zweifelhafte Schienenschleifen, bekannt als als aktiven Schallschutz. Die Angermunder wehren sich massiv gegen diese unzureichenden Schallschutzplanungen der Deutschen Bahn. Denn:
- Lärmschutzwände haben eine physikalisch begrenzte Wirksamkeit und wirken nur in unmittelbarer Gleisnähe (bis ca. 100m Entfernung), ebenerdig und in unmittelbarer Nähe der Lärmquelle gut.
- Im Nahbereich sind durch Lärmschutzwände lediglich Dezibelreduktionen von 7-10 dB(A) möglich. Weiter weg noch weniger: Nur ca. 5 dB.
- Angermund wird eine nahezu 40 Meter breite Trasse bekommen. Die mittleren vier Gleise sind völlig ungeschützt.
- Der Lärm wird als Lärmteppich in Endlosschleife auf den ganzen Stadtteil niedergehen mit enormen Folgen für uns alle.
- Wesentliche Schallquelle beim Hochgeschwindigkeitsverkehr
(ICE’s, IC’s, RRX …) sind die Stromabhnehmer am vorderen Triebkopf. Diese liegen deutlich oberhalb der geplanten Lärmschutzwände. Schutz also gleich Null.
- BÜG: Das Schienenschleifen ist in seiner Wirksamkeit höchst umstritten und dient dem Kleinrechnen des Lärms.
- Städtebaulich ist diese DB-Lösung ein Desaster: Die Lärmschutzwände zerschneiden den Stadtteil mit rund 6,5 Meter hohen Mauern unwiderruflich in Ost und West. Die bisherigen DB-Schallschutzplanungen – eine Standardlösung aus Schallschutzmauer, BÜG, passiver Schallschutz ist für die außerordentlich breite, u.a. mit dicht getakteten Hochgeschwindigkeitsverkehren gespickte Trasse in Düsseldorf-Angermund, völlig ungeeignet. Seit März 2015 fordert die Initiative Angermund von der DB Netz AG deshalb eine wirklich wirksame Schallschutzvariante für den hoch belasteten Stadtteil im Norden von Düsseldorf. Die DB Netz AG stellt daraufhin eine absurd teure bergmännische Tunnellösung für Angermund als Abschreckszenarion bzw. Da es offensichtlich nicht zu einer einvernehmlichen und verträglichen Lösung in Sachen Schall- und Gesundheitschutz in Angermund kommt, ist unsere Bürgerinitiative einen ungewöhnlichen Weg gegangen und beauftragt im Sommer 2015 die renommierten und unabhängigen Tunnelplaner der Firma Dr. Spang Ingenieurgesellschaft für Bauwesen, Geologie und Umwelttechnik mbH, eine vertiefte Machbarkeitsstudie nach den Richtlinien des Eisenbahnbundesamts (EBA) für den Lärmdeckel in Angermund zu erstellen, die seit September 2015 vorliegt. Dieses Gutachten wird den Menschen in Angermund als auch den politischen Entscheider vom Bund, Land NRW und der Stadt Düsseldorf durch die Firma Spang persönlich vorgestellt und erläutert. Resümee des Gutachtens: Die Einhausung ist in Angermund zweifelsfrei realisierbar. Dabei wird nicht wesentlich mehr Fläche in Anspruch genommen, als bei der Lösung der Deutschen Bahn mit Lärmschutzwänden. Ebenfalls genauestens berücksichtigt und abgeklärt: Rampensteigung, Grundwasser, Fluchtwege,Brand-/Katastrophenschutz, Rettungs-/Zuwege, Bauablauf im laufenden Betrieb. Die Einhausung: Ein nachhaltige Lösung für die hoch belastete Schienentrasse in Angermund.