12/07/2026
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Ein Rheinpegel von 99 Zentimetern bedeutet nicht, dass der Fluss nur knapp einen Meter tief ist. Der Wert wird an einem festgelegten Pegelnullpunkt gemessen. In der Kölner Fahrrinne stehen bei diesem Pegel rechnerisch noch etwa 2,10 Meter Wasser zur Verfügung.
Die wichtige Vergleichsmarke für die Schifffahrt ist der sogenannte gleichwertige Wasserstand. Er liegt in Köln bei 1,39 Metern und wird im langjährigen Mittel nur an rund 20 eisfreien Tagen pro Jahr unterschritten. Bei diesem Pegel soll die Fahrrinne mindestens 2,50 Meter tief sein. Bei 99 Zentimetern fehlen gegenüber dieser Marke 40 Zentimeter.
Die Folge: Schiffe können deshalb grundsätzlich weiterfahren, müssen aber deutlich weniger Ladung mitnehmen, damit ihr Tiefgang nicht zu groß wird.
Über den Rhein werden vor allem große Mengen Mineralölprodukte, Chemikalien, Kohle, Eisenerz, Metalle, Sand, Kies und andere Baustoffe transportiert. Hinzu kommen Getreide, Futtermittel, Dünger sowie Container mit Waren und Vorprodukten aus vielen Branchen. Besonders wichtig ist der Fluss für Raffinerien, Chemiewerke, Stahlwerke, Kraftwerke und Baustoffunternehmen entlang des Rheins.
Können die Güter nicht mehr über den Rhein transportiert werden, können Lieferketten aus dem Gleichgewicht geraten.
Ein Pegel unter einem Meter bereits Anfang Juli ist ungewöhnlich früh, weil die niedrigsten Rheinstände häufiger erst im Spätsommer oder Herbst erreicht werden.