15/01/2026
Nach dem Urlaub ist ja bekanntlich vor dem Urlaub und wenn man dann noch reichlich Geld über hat dann bucht man schnell seinen obligatorischen England Urlaub über die Festtage. Als Möglichkeit hatte ich Nottingham ins Auge gefasst und die Bedingungen waren weiter günstig und so wurde es auch Nottingham. Der Flug Richtung Manchester sollte um 21.30 Uhr dann kann man noch brav arbeiten vorher. Wenn denn nicht die Erkältung entgültig zugeschlagen hätte und bis Donnerstag Abend war nicht sicher ob ich es schaffe.
Aber bis zum Mittag am Freitag fühlte ich mich fit genug um die Reise anzutreten und so zuckelte ich um 19 Uhr Richtung Flughafen. Pünktlich war ich vor Ort und wagte noch ein Blick aufs Konto und wie zauberhaft das Geld war drauf, also nicht so ein Stress wie letztes Jahr. Schon beim verlassen des Hauses kam die Nachricht dass der Flug sich verspätet am Ende 1 1/2 Stunden. Da ich sowieso um die Zeit nicht mehr nach Nottingham gekommen wäre , war es umso besser das ich ein Hotelzimmer am Flughafen Manchester gebucht hatte. Da ging es hin und gleich in die Falle.
Ganz fit war ich nicht aber es ging früh raus ab zum Bahnhof und das war Zeit aufwändiger als geglaubt. Dazu habe ich mal wieder was gemacht das ich nicht näher erwähnen möchte, nur so viel wie habe ich es bisher geschafft so viel zu reisen? Der Zug nach Manchester Piccadilly war weg. Das würde bedeuten das ich nicht pünktlich in Nottingham sein würde. Ruhe bewahren Google Maps konsultieren und siehe da da fährt ein Bus nach Stockport und dort bekam ich tatsächlich meine anvisierte Bahn nach Nottingham. Die Fahrt durch die Pennines ist wirklich sehr sehenswert und so blickte ich die meiste Zeit aus dem Fenster.
In Nottingham angekommen bin ich in das Hotel in dem ich mir einen Parkplatz für meinen Rucksack gemietet hatte, abgeben, Bon bekommen nicht mal 2 Minuten mir wurde sogar noch die Toilette angeboten da sie gerade mal offen war. Zurück ging es das zweite mit der Tram in die Stadt, dort holte ich mir was zu essen. Ich aß draußen und mir wurden die Finger kalt , da ich ja vor hatte etwas länger noch draußen zu sein, besorgte ich mir Handschuhe. Adhoc gab es nur welche für 7-14 Jährige, aber ich kriegte sie über meine zwei Bund Wurzeln und sie hielten warm. Dazu kam noch ein Schal den ich jetzt im täglichen Gebrauch habe, ebenfalls für die genannte Altersgruppe.
Jetzt konnte ich zum wesentlichen kommen, dem Fußball. Die erste Station des Tages sollte Meadow Lane von League One Club Notts County sein. Als ich auf den Eingang für die richtige Tribüne zuging , sah den einmaligen Blick den es nur hier gibt , den auf den City Ground von Stadtrivalen Nottingham Forest. Beide Stadien sind nur wenige hundert Meter voneinander getrennt und zugegeben dem Fluss Trent und hinterm City Ground ist auch noch ein Cricket Stadion von nicht unerheblicher Größe.
Im Stadion gönnte ich mir erstmal einen Willkommens Bovril und machte ein paar Fotos. Dann begab ich mich zu meinem Platz. Notts County, der älteste Proficlub der Welt, empfing Walsall FC. Das Spiel gab nicht viel hier und die Leistung des Heimteams sorgte nicht für gute Laune. Das Walsall auch nicht besseren Fußball bot, war den mitgereisten 700 egal, man feiert sich dann selbst. Es war ein Spiel das ein 0-0 sowas von verdient hatte. So ging es schnell raus aus dem Stadion und Richtung Bus . Bei einem 12.30 Uhr Anpfiff ist um 15 Uhr natürlich ein weiterer möglich. Ein weiteres Mal ging es mit der Tram durch die Stadt, vorbei am Rucksack Parkplatz und meiner eigentlichen Unterkunft zum zweiten Ground des Tages.
Selhurst Street hieß dieser und ist die Heimat von Radford FC. Im Rahmen der United Counties League empfing man Shirebrook Town. Wir befinden uns in der zehnten Liga. Im Verlauf der Reise wurde ich gefragt warum ich mir diese Niederungen antue. Weil es hier ruhig ist , man hier eine anständige Fotosafari machen kann und es schlichtweg gemütlicher ist. Wenn man hier den Platz betritt ist man gleich am Multifunktionsgebäude hinter einem der Tore. Direkt daneben hat man eine dreireihige, überdachte Sitztribüne reingequetscht. Von dort aus gesehen auf der rechten Längsseite ist das Fressbüdchen und ein Unterstand zum trockenen Stehen. Zu erwähnen noch die Flutlichtmasten, die nicht groß und nicht hell waren, aber mit ihrer Gitterstruktur Charme ausstrahlten.
Nach der Fotosafari ging es einen Burger verhaften und die Wartezeit verging schnell mit einem Gespräch mit der Dame vom Grill. Ich durfte sie auch noch informieren das der Gegner bereits 0-1 führte. Das Spiel war wie die Atmosphäre, düster und unansehlich. Radford brauchte lange um ins Spiel zu finden und Shirebrook glänzte auch nicht gerade. Und ja deswegen fahre ich so gerne hierher. Nach dem Burger gabs ein englisches Stout und die Pause. Die verbrachte ich im Fanshop, oder das was inhaltlich übergeblieben ist. Denn man erzählte mir das er ein Jahr zu war. Es gab zwei Räume der hintere war eine Bücherei oder eher Antiquariat über und über voll mit Programmheften. Nicht nur von Radford, hier gab es alles. Man wolle alles katalogisieren hieß es stünde aber auch zum Verkauf. Beinahe hätte ich die komplette Season 84/85 gekauft, empfahl aber das man das besser mal zu erst sichert. Da lag definitiv ein Schatz und die Geschichte eines Vereins.
Mit einem zweiten Bier machte ich mich auf der Tribüne gemütlich und sah wie Radford klar besser ins Spiel fand und es nur noch in eine Richtung ging. Shirebrook fand nicht mehr statt und konnte froh sein nur 3-1 verloren zu haben. Immer wieder wurden sie auf der rechten Seite überrannt und ausgespielt, nur die Unzulänglichkeiten der Radford Spieler war es zu verdanken das es nicht ein Desaster wurde. So endete das Spiel 3-1 und mein Tram Abenteuer ging weiter. Einmal noch an meinem eigentlichen Ziel vorbei um meinen big grey rucksack abzuholen und das darf ich tatsächlich so sagen. Dann endlich zur Unterkunft für die nächsten 12 Tage. Schön wieder zu Hause zu sein.