01/04/2021
DER ROTHSCHILD-SKANDAL
Probleme in Pauillac! Ob Château Lafite Rothschild oder Château Mouton Rothschild, beide noblen Premiers-Grand-Crus sind aktuell massiv im Kreuzfeuer der Kritik.
Bei Lafite Rothschild soll es Unstimmigkeiten in der Distribution gegeben haben. Manipulative, kleine Zuteilungstranchen an viel zu viele Négociants (Händler in Bordeaux) und ein eigenes Ersteigern gewisser Lots bei Christies und Sotheby’s sollen die Preise unnatürlich in die Höhe getrieben haben. So verdoppelte sich der Preis vom Lafite Rotschild 2009 vor acht Jahren innert zwei Monaten im Markt. Danach gab das Weingut grosse Tranchen im Markt zum «aktuellen Tagespreis» zum Verkauf frei. Heute ist er wieder um 70% billiger zu haben.
Mit dem Jahrgang 2018 hat Lafite Rothschild das alte Etikett mit einem Heissluftballon verziert. Diese massive Label-Veränderung passierte ohne vorherige Information der Primeur-Käufer. Daraus resultierend; eine Welle der Entrüstung unter den Lafite-Freaks. Es bestehen mehrere Forderungen, dass gewisse Chargen ohne diesen lächerlichen Ballon ausgeliefert werden. Wenn dieser Forderung nachgegeben werden muss, dann gäbe es bei Lafite erstmals zwei Etiketten-Versionen für ein und denselben Wein. Ähnliche Situationen ereilte auch das Nachbargut Mouton. Da gibt es zwei Etiketten-Editionen von den Jahrgängen 1978 und 1993 …
Mouton Rothschild hat ganz andere Probleme. Hier scheint es eine Rangelei um die Nachfolge von Philippine de Rothschild zu geben. Während der Philippe Sereyes de Rothschild als Thronfolger von der im August 2014 verstorbenen Philippine de Rothschild eingesetzt wurde, wollen die anderen beiden Kinder nicht im zweiten Glied stehen. So sollen Camille Sereys de Rothschild und Julien de Beaumarchais de Rothschild jetzt ihren Erbanteil fordern.
Wenn die beiden vor Gericht recht bekommen, könnte es sein, dass Mouton-Rothschild und deren anderen Domaines de Baron de Rothschild (u.a. Clerc-Milon, d’Armailhac, Almaviva) schon bald zum Verkauf stünden. Es gibt bereits Gerüchte einer möglichen Verkaufssumme, welche alles Bisherige in der Weinwelt in den Schatten stellen würde. Vermutungsweise wird im Bordelaiser Markt von einer Verkaufssumme von sieben Milliarden Euro gemunkelt. Mehr noch, der weinverrückte, chinesische Milliardär Lu Fang Tannin, soll bereits ein diesbezügliches Angebot bei der Rothschild-Familie platziert haben …
Zwei Jahre hat der Schweizer Weinpapst René Gabriel recherchiert. Jetzt kommen die Machenschaften der reichen «Bordeaux-Rothschilds» schonungslos an den Tag! Mehr Infos im aktuellen Spiegel vom 1.4.2021 …
Fakten / Fokus / Fakes / Fotos: www.rothschildskandal/spiegel.com