Caren und Basti entdecken

Caren und Basti entdecken Wir erkunden (Süd-)Südamerika; Argentinien, Chile, Bolivien und Uruguay stehen auf dem Plan unserer viermonatigen Reise.

vom An-, Weiter- und HeimreisenEin Abstecher nach Guatemala also - el corazon del mundo maya (das Herz der Mayawelt). Wi...
13/02/2023

vom An-, Weiter- und Heimreisen

Ein Abstecher nach Guatemala also - el corazon del mundo maya (das Herz der Mayawelt). Wir landen in Guatemala-City und fahren direkt nach der Landung weiter nach Antigua-Guatemala. Das schöne Städtchen fordert höchste Konzentration, denn die Straßen sind typisch kolonial gepflastert.
Wir sind verzaubert, aber auch ein bisschen verwirrt. Es ist übertouristisch, kaum ein regionales Restaurant, überall Küche aus der ganzen Welt und: teuer. Aber trotzdem will der Zauber nicht weichen. Vermutlich auch weil wir umgeben sind von Vulkanen. Von der Dachterasse unseres Homestays können wir sogar dem mächtigen Vulkan Fuego beim Feuerspucken zuschauen. Traumhaft! Den Fuego kann man nicht besteigen, also entscheiden wir uns für den Pacaya (der bis vor wenigen Tagen noch als aktiver Vulkan gelistet war). Der Weg hoch ist angenehm fordernd und oben haben wir einen tollen Blick auf den Kegel, ins Tal und auf die anderen Vulkane. Das besondere des Vulkans: er dampft noch hier und da. Für uns gibts Marshmallows (geröstet mit Vulkanhitze) und: wir wärmen unseren mitgebrachten "Teigbollen mit Hühnchenfüllung" in dem heißen Dampf auf.


Von Antigua fahren wir weiter zum Lago de Atitlan. Umgeben von erloschenen und ruhenden Vulkanen hat er fast was vom Comer See. Am Ufer liegen mehrere Dörfer, kleine Städte und viele einsam aber traumhaft gelegene Hotels. Wir übernachten in Panajachel. Praktisch, aber auch schön ist das Städtchen. Vom Hostel überblicken wir sogar den See. Hier könnte man einige Tage verbringen und jeden Tag eines der anderen Dörfer besuchen. Wir fahren mit dem Boot nach zuerst nach San Juan, dann mit dem Tuktuk nach San Pedro (wohl das Backpackerparadies und vor allem bei israelischen Touristen beliebt… Und tatsächlich: Die meisten Werbeschilder sind auf hebräisch übersetzt). Das Städtchen ist nett, echter als vermutet - und echt steil. Besonders ist in allen Orten, rund um den See, dass die Maya-Kultur noch sehr präsent ist. Man sieht bei den Frauen viel traditionelle Kleidung, die von Ort zu Ort anders aussieht.

Am nächsten Tag gehts weiter: Mit einem Shuttle nach Antigua, mit dem nächsten Shuttle nach Guatemala-City und von dort mit dem Nachtbus nach Flores… In Gua-City am Busbahnhof spürt man, dass die Stadt eher herb ist. Der Shuttlefahrer schiebt uns in den geschützten Innenbereich der Wartezone. Da schwirren Kleinkinder um einen rum, deren Geruch einem noch einmal deutlich vor Augen führt, wie skurril Tourismus eigentlich sein kann… (und wie verdammt gut wir es haben).

Im Bus startet ein Geistlicher eine Predigt. Da wird uns schon etwas mulmig, wenn die Reise gesegnet "werden muss"... Aber: "zum Glück" ist der Geistliche ein Mitreisender: also kein Standardprogramm. Die Nachtfahrt ist trotzdem verrückt: einmal Passkontrolle mit der Polizei, einmal mit dem Militär... natürlich in praktischen Abständen, damit auch ja keiner schlafen kann... (was eh schwierig ist, weil der Desinfektionsgeruch seeehr gewöhnungsbedürftig ist)

In Flores kommen wir (seeeeehr) früh an und gönnen uns erstmal ein guatemaltekisches Frühstück (gebratene Bananen mit Sauerrahm, Bohnenbrei, Rührei, Wurst oder Bacon) und eine Portion Pancakes, inklusive Coffee-Refill (der vor allem Caren extrem glücklich macht).

Um 3:45 Uhr stehen wir am nächsten Tag dafür auf, weswegen wir üperhaupt in Flores sind: auf nach Tikal, einer mitten im Urwald liegenden Maya-Stadt. Wir haben inzwischen schon ein paar Ruinen gesehen, aber das hier ist immer noch was besonderes! Obwohl vieles freigelegt wurde, liegt der Großteil der Stadt immer noch vergraben unter dem Urwaldmulch der letzten Jahrhunderte. Und das wird auch so bleiben: aus Rücksicht auf die Natur und Klima. Wir haben einen tollen Guide, der uns viel erklärt, klettern auf 3 Tempel und genießen den Ausblick über den Dschungel und: sehen Tukane, Truthähne, Nasenbären, Äffchen und sogar: einen echten Ameisenbär!!!

Am nächsten Tag schauen wir uns noch jeden Winkel von Flores-Insel an, umrunden sie (auf den Mauern der Promenade, die Promenade selber ist rundherum überschwemmt), genießen den local white fish, Sonne und Regenschauer.

Und dann geht es (mal wieder viel zu früh) mit dem Shuttle ins nächste Land: Belize wartet auf uns, genauer gesagt die Insel Caye Caulker. Nach 7 Stunden Fahrt, einem unspektakulären Grenzübergang und einer Bootsfahrt stehen wir am Strand der tollen Insel und lernen das Motto zu verinnerlichen: Go Slow.

Nuja, ein bisschen klappt das, aber ein bisschen Dampf muss auch sein, wir haben nur einen Tag (is nämlich teuer hier) und wollen unbedingt schnorcheln gehen. Also spazieren wir (so slow wie möglich) über die Insel, kaufen unsere Tour für den nächsten Tag und schauen uns "The Split" an, den Teil, wo ein Hurrikane vor 60 Jahren mal kurz die Insel halbiert hat. Heute ist es ein beliebter Spot zum trinken, baden, sonnenbaden und ein praktischer Kanal für die Boote, quasi der Panama-Kanal von Caye Caulker.

Am nächsten Morgen heißts: schnorcheln. Warum gerade hier? Nur wenige Kilometer hinter Caye Caulker beginnt das zweitgrößte Korallenriff der Welt (das Great Barrier Reef ist die #1). Was für ein Tag! Wir schwimmen mit großen und kleinen Fischfamilien, sehen Papageien- und Regenbogenfische, schwimmen mit Haien und Stachelrochen, einer Schildkröte und: wir sehen sogar eine Seekuh! Ein echtes Erlebnis!


Inklusive: ratet mal....

Sonnenbrand am Arsche der und Sonnenbrand an den Flank-Steaks des !


Dem tollen Tag gönnen wir einen genauso schmackhaften Abgang: two whole grilled lobster please...

Alles Geld ausgegeben, englisch wieder über Bord werfen, Spanischbrocken wieder vorkrümeln: und ab, zurück nach Mexiko! Wir verbringen hier die letzten Tage in Playa del Carmen, züchten die Bräune noch etwas, essen ein paar Tacos, Tortas, Avocados und vielleicht noch eine Ceviche und dann heißt es auch schon:

Von Planänderungen, Montezumas Rache und der Entdeckung des guten Essens.Von San Cristobal de las Casas ab an die Pazifi...
03/02/2023

Von Planänderungen, Montezumas Rache und der Entdeckung des guten Essens.

Von San Cristobal de las Casas ab an die Pazifikküste nach Puerto Escondido. Klar war: Wir (okeee Caren) wollen noch im Pazifik baden. Und damit wir (wieder mal Team Speedy Gonzales) nicht so viel Zeit verlieren, halten wir uns an die "Hauptstadt", statt einer der kleineren Orte an der Küste. Wir sind gespannt, wie uns die Surfer-Stadt gefällt. (Wie es sich die meisten schon dachten: Wir haben keinen Surfkurs gemacht)

Die Nachtfahrt war okay, früh morgens kommen wir an. In unserem Hostel dürfen wir zum Glück unser Gepäck ablegen und machen uns kurzer Hand startbereit für den Strand. Empfehlung des Hostel-Besitzers: Playa Manzanillo, eine kleine Bucht etwa anderthalb Kilometer weg. Also nix wie hin. Und da das mexikanische Land Inhaber des Titels "dickstes Volk der Welt" ist, tun unsere weißen Bäuche da auch niemandem weh 😂😂😂 (nuja, das "weiß" vielleicht schon, reflektiert ja wie Hölle). .
Es ist traumhaft hier zu baden, die Wellen sind da - aber harmlos, die Temperatur ist herrlich, die Sonne scheint, was will man mehr.... ja, okay - ein Bier... das gönnen wir uns dann auch auf den Felsen, während wir zuschauen, wie die Wellen Anemonen, Seeigel und Krebse überspülen.
Am Abend gönnen wir uns Fisch. Caren isst Ceviche (vermutlich aus Dorade), für Basti gibts den Fisch des Tages, dazu ein Weißweinsößchen mit Kapern und Oliven. Beide sind wir selig.
Zum Schluss serviert uns der Wirt (der auch selber kocht) noch einen Mezcal aufs Haus. Den ersten hatten wir in Campeche getrunken und Carens Fazit war damals: Schmeckt wie alte nasse Schuhsohle. Der den wir hier serviert bekommen ist viiiiiel viel besser (Danke el Jefe, dass du uns gelehrt hast, dass Mezcal doch auch lecker sein kann).

Am nächsten Tag steht Abends die Weiterreise an. Basti wacht auf und ihm gehts nicht gut. Übelkeit, Kopfweh, malad. wir versorgen ihn erstmal mit Literweise Wasser, was zum Essen und nach und nach gehts ihm auch besser. Erster Gedanke war natürlich: muss der Fisch gewesen sein. Aber der war zuuu köstlich und Caren gehts Bombe... Mit der Zeit (und ohne Brechen und Durchfall) ahnen wir, dass er wohl nen Sonnenstich hat. Also Schatten und trotzdem was unternehmen (das Zimmer haben wir ja nicht mehr): einzig logische Entscheidung - ab ans Meer. Neuer Strand, neues Paradies. Wir sind dieses Mal am Playa Carrizalillo. Für Basti finden wir einen 30cm2-Schattenplatz und Caren stürzt sich ins Meer. Es ist noch schöner als am letzten Strand, hier mit mega Wellen, die aber immer erst am Ufer brechen. Während Basti schläft, macht Caren 4 Baden-Trocknen-Phasen durch. Danach ist Basti auch bereit fürs Meer und genießts mindestens genauso.

Danach: Zack ins Hostel, Sand abwedeln, Rucksack auf und ab zum Busbahnhof. Auf nach Oaxaca! Die Fahrt fühlt sich etwas aufregender an, weil eine Security-Dame durch die Reihen läuft und mit ner kleinen Cam alle einmal aufzeichnet - zu unserer eigenen Sicherheit...
Fühlt sich komisch an, aber gut… Müdigkeit und Netflix siegen, wir dösen die Fahrt über etwas vor uns hin und kommen am frühen morgen sicher in Oaxaca an.

Nach Oaxaca wollten wir unter anderem, weil Phil Rosenthal von „Somebody feed Phil“ (Food-Dokserie bei Netflix) auch dort war und da alles sehr lecker klang. Oaxaca (übrigens "Wuachacka" ausgesprochen) gilt als Kultur- und Foodie-Hauptstadt. Also wie immer als erstes auf den Markt. Ein Must-Eat ist hier anscheinend Mole Negro (Mole ist Soße und „Mole Negro“ wird unter anderem mit Kakao zubereitet).
Ebenso anscheinend ein Must-Eat ist Tlayuda (wieder Maisfladen: jetzt größer, knuspriger und belegt wie eine Pizza). Genau die zwei Sachen bestellen wir uns auch an einem Stand und: Es ist das erste Mal seit langem, dass wir uns definitiv für den falschen Stand entschieden haben. Kaltes Huhn, der Salat auf der Tlayuda sieht auch nicht mehr so fetzig aus. Unser Bauchgefühl sagt: doooo nooot eat. Unser Schwabenherz sagt: du hast Hunger, du hasts gezahlt, uffgessa wird! (naja, ganz so überspitzt war es nicht...aber klingt so besser). Und paar Stunden später gehts auch schon los bei Caren. Bastis Saumagen hat Glück...

Aber: Wir geben nicht auf! Oaxaca soll lecker sein, also finden wir das "lecker"! Die nächsten Tage trinken wir so viel „Choco Mio“ (Kaba) wie geht (Oaxaca ist bekannt für allerart Schoko und überall duftet es nach frisch gemahlenem Kakao) und wir gönnen uns den Besuch in einem Restaurant, dass auch Phil besucht hatte, dem "Origen". Und wenn schon denn schon: Wir nehmen beide ein 6-Gänge-Menu! Jeder ein anderes, das außergewöhnlichste war aber sicher das grüne Salat-Bouquet mit Agaven-Würmern. Für die Leute hier nichts besonderes: Heuschrecken und Würmer isst man hier oft und gibts auch an Straßenständen als Snack. Gehört einfach dazu.
Wir sind happy mit unserem Essen und haben die Minus-Punkte vom Markt mit einem fette Pluspunkt wieder eliminiert. Yeah!

Oaxaca is schön! Wir besuchen den Monte Alban mit seiner Ruinenanlage, erkunden jeden Winkel der Altstadt und beim Rumschlendern merken wir, dass sich vor der großen Kathedrale was tut... nach einer halben Stunde geduldigen Wartens kommt dann auch endlich die Hochzeitsgesellschaft raus. Die Musiker fangen an zu spielen, die Frauen in ihren traditionellen Kleidern bewegen die Schalen auf ihren Köpfen hin und her, die Stelzenläufer tanzen mit… und ein bunter Zug an glücklichen Menschen macht sich auf den Weg zum Zocalo, dem Hauptplatz der Stadt. Wie schön, diesen Moment mitereleben zu dürfen.

Für den nächsten Tag haben wir eine Tour gebucht: Als erstes ein Stop in einer Bäckerei auf dem Land, da versorgen wir uns mit traditionellen süßen "Weckle" und einer heißen Schokolade. Weiter gehts zu den steinernen Wasserfällen "Hierve el agua". Hier haben sich über die Jahrtausende quasi steinerne Wasserfälle gebildet, vom Prinzip her wie Stalagmiten. Beeindruckend! Weiter gehts zu den Ruinen von Mitla, die bedeutendsten der hiesigen zapotekischen Kultur. Nächster Stop: Mezcal-Brennerei. In 8 Minuten kriegen wir kurz und knackig die Herstellung von Mezcal präsentiert… und schon stehen wir am Tresen und probieren 6 verschiedene Sorten plus noch Mezcal-Liköre. Zum Glück schenkt die nette Dame nur Probiererle ein, sonst wär jetzt Zapfenstreich. Wieder merken wir: das Zeug schmeckt! Und definitiv besser als Tequila.

Nach den letzten beiden Stops bei einer Weberei und dem dicksten Baum der Welt landen wir am Abend wieder in Oaxaca - glücklich, dank einem tollen Guide, der uns auf der Fahrt alle unserer tausend Fragen beantwortet hat und uns die hiesige Kultur und Geschichte näher gebracht hat. Ein echt toller Tag!

Für uns geht es weiter nach Mexiko-City! Bei der Busfahrt werden wir wieder gefilmt, es fühlt sich aber nicht mehr ganz so komisch an. Auch wenn zwei Tage vorher ein Bus voller Touristen bei einer Straßenblockade aufgehalten wurde (die durften dann mit ihren Koffern zum nächsten Dorf laufen, nicht weiter wild, nur eine "Demonstration" 😂😂).

In Mexiko-City, kurz CDMX, kommen wir in der Dämmerung mit der U-Bahn in der Nähe unseres AirBnBs an. Haltestelle Tacubaya, ein bisschen unübersichtlich und irgendwie fühlt es sich in der Dunkelheit nicht so wohlig an. Mit den letzten Metern wird es aber angenehmer und wir fühlen uns dann doch in einer guten Gegend. Ab ins Bett, wir sind durch! Aus dem Tiefschlaf schreckt Basti auf! "Da will jemand unsere Türe aufschließen!" Kurze Aufregung, die sich aber doch recht schnell wieder legt. Der Eindringling gibt auf - und wir sind uns zu 100 Prozent sicher, dass ein anderer AirBnBler sich in der Tür vertan hat - was sich am nächsten Tag dann auch bestätigt.

Die nächsten Tage entdecken wir die Stadt, lassens aber auch ruhig angehen. Wir sind wieder über 2.000 Metern, das erste Mal bleiben wir länger als 3 Nächte, da überkommt uns etwas das "Schlapp-sein“ und die Mega-City trägt den Rest dazu bei. Montezuma klopft bei Basti an und Caren kotzt mitten in der Nacht nach dem Verzehr einer Mango. Alle unserer körperlichen Leiden sind zum Glück nur so harmlos oder kurzweilig, dass wir trotzdem was unternehmen können...

Wir machen uns auf ins Centro Historico, besuchen verschiedene Märkte, machen einen Ausflug in den hübschen Stadtteil Coyacan, flanieren durch Roma und Condesa und besuchen auch das Schloss Chapultepec mit dem angrenzenden Mega-Park. Und: Wir haben uns natürlich eine Lucha-Libre-Show in der Arena de Mexico angeschaut. Was ein riesen Spaß!!! Obwohl hauptsächlich Touristen da waren, kam richtig Stimmung auf und das mexikanische Wrestling ist einfach in jeglicher Hinsicht ein riesen Zirkus!!!

Alles in allem mögen wir CDMX, merken auch, dass man hier noch Taaaage verbringen könnte (wir waren in keinem Museum und auch nicht bei den vielen tollen Sehenswürdigkeiten die etwas weiter draußen sind). Und wir haben uns da wo wir unterwegs waren auch immer sicher gefühlt.

Und jetzt? Während wir uns so in Richtung CDMX hoch bewegt haben, haben wir irgendwann gedacht: Wie sieht es wohl in Guatemala aus? Also haben wir ein paar Ziele gestrichen, ein paar Tage hier und da weggespart und jetzt sitzen wir im Flieger nach Guatemala-City. Gleich landen wir im "Corazon del Mundo Maya".

Von Reiseplänen, die sich ständig ändern...Auf geht's nach Vietnam... oder doch nicht? Horrend teure Flüge (so von Kurzf...
26/01/2023

Von Reiseplänen, die sich ständig ändern...

Auf geht's nach Vietnam... oder doch nicht? Horrend teure Flüge (so von Kurzfristigkeit her) haben uns dazu gebracht, nach Alternativen zu schauen. Zum halben Preis im Angebot: Mexiko!

Am 6. Januar frühmorgens liefert uns Krüml am Kiss and Fly in Stuttgart ab und schon einige Stunden später sind wir im warmen Cancun (das All-In-Paradies von Mexiko). Das ist zwar nicht unser Ding, aber Cancun finden wir gar nicht so k***e, wie wir es uns vorgestellt haben. A propos K***e: Basti hat an Tag Zwei schon seinen obligatorischen "Vogel-kackt-ihm-auf-den-Kopf-Moment". Aber wir sind bestens ausgestattet: Desinfektionsspray und Tücher hatten wir direkt nach dem ersten Taco-Genuss gekauft... ***eBringtGlück

Wir entdecken die Stadt, die nicht wirklich vor Sehenswürdigkeiten strotzt. Eigentlich hat sie... keine... aber zum "reinkommen" passt das schon. Erste Station (wie immer): der lokale Markt, Essen auschecken. Basti gibt das mit dem Vegetarier-Dasein instant auf, weil Taco mit Nix halt nur Maisfladen wäre... Und er setzt noch einen oben drauf. Bei seinem ersten Taco frägt er: "Ist das Koriander?!" Caren: "mmmmh, Ja?!", Basti: "Oh mein Gott, ich kann hier Koriander essen!!!"
Wir wissen auch nicht warum, aber Koriander scheint hier milder zu sein. Geil ist für Basti trotzdem anders, aber es beeinflusst die Reise dann doch positiv, wenn der Koriander (der überall drin ist) zumindest auf Akzeptanz stößt...

Unser größter Ausflug in Cancun geht mit den öffentlichen Bussen zum Hafen.
Da wollen wir das erste mal Meer sehen. Auf dem Weg dorthin streifen wir an einem Nasenbär und einem Leguan vorbei. Am Strand angekommen genießen wir ein Bier mit Blick aufs karibische Meer. Urlaub!
Aber auch: Die ersten Tage nur knalle Sonne, daher ziehen wir unseren Anti-Hitze-Anti-Sonnenbrand-Joker und gehen: Ins Kino natürlich!

Für 10 Euro "Avatar 2", nicht nur in 3D, sondern in 4D. Also mit Rüttelsitzen, überall Luftdüsen, Schlägen ins Rückenpolster und Wasserdüsen (die bei uns in Reihe 1 zum Glück kaputt waren.) Kann man schon mal machen!

Am nächsten Tag geht's mit dem Reisebus nach Tulum. Hier wollen wir kurz bleiben, dann nach Mexiko-City fliegen, um uns von dort Stück für Stück wieder in den Süden zu arbeiten. Ein Tag da - und schon werfen wir den Plan über Bord. Wir merken, dass es gefühlt irgendwie cleverer ist, sich hoch zu stottern nach Mexiko-City. So machen wir's!

Tulum liegt an der berühmten Riviera Maya auf der Yucatan-Halbinsel. Die selbst ist übersät von alten Maya-Ruinen, viele davon noch unentdeckt. Auch um Tulum herum kann man viele archäologische Stätten besichtigen aber die meisten Gäste lieben das Städtchen wegen der Strände. Wir machen uns am ersten Tag - wie immer zu Fuß - auf den Weg zum Strand. Und dieses Mal hüpfen wir auch das erste Mal rein ins Meer. Göttlich! Türkis, kristallklar, angenehm warm, tolle Wellen.

Wir überschreiten mit unserem "Wanderausflug" aber mal wieder die Belastbarkeit unserer zarten Fußhaut. Die Blasen fangen also schon an... (Das war mit ein Grund, warum wir die Reiserichtung geändert haben. Jetzt direkt in die Weltstadt, das würden unsere Füße nicht mitmachen)

Wir müssen uns also schonen! Und Caren hat eine tolle Idee!

Wir leihen uns Fahrräder!!! Macht jeder hier, ist auch das beste Fortbewegungsmittel (abgesehen von der Tatsache, dass hier ungefähr 80 Prozent der Radfahrer aka Touristen sonst nie Rad fährt, was das ganze etwas "spannender" macht). Caren hat auch schon ein Ziel... hat sie in nem Blog gelesen: Wir machen eine Radtour nach Muyil!! Da sind Ruinen, die sollen schön sein und nicht so überlaufen. Fahrtzeit: 1:15 h...

Los geht's! Caren düst mit ihrem Rad los (ohne Gangschaltung übrigens, aber es is eh topfeben hier...), Basti hinterher. Die Strecke ist....traaaaumhaft!
Kilometer für Kilometer geht es stur gerade aus, immer auf der Hauptstraße, die eher einer Bundesstraße ähnelt. An uns vorbei brettern riesige LKWs und das Grün vom Straßenrand ändert sich... nie... Viel seltsamer ist aber, dass Caren sportlich an den wenigen anderen Radfahrern tollkühn vorbeizieht. Rasant ist sie unterwegs, eben richtig sporty . Basti fährt hintendrein...und gibt sich alle Mühe mitzuhalten... er tritt in die Pedale, die Muskeln brennen, schmerzen, schreien. "Das kann einfach nich möglich sein, dass Caren nach 5 mal Zumba jetzt soooo viel fitter ist...".
Er kämpft und kämpft... bis wir nach 2 Stunden endlich am Ziel sind (übrigens 25 Kilometer später). Und da löst sich auch das Rätsel: Caren hat unfassbar Glück mit ihrem Rad, mit Bastis Rostlaube fühlt es sich konstant so an, als würde man bergauf fahren...

Die Ruinen sind wirklich schön! Und wir können auch noch einen kleinen Abstecher ins angrenzende Naturschutzgebiet "Sian Ka'an" machen und dort eine der Lagunen bestaunen. Zur Stärkung gibt's noch ein ganzes Hähnchen vom Grill an der Straße. Ein schöner Ausflug! Nur zurück müssen wir noch. Damit es gerecht zugeht, ist Caren auf dem Rückweg mit Bastis Rad unterwegs. Aber sie weiß ja nu, dass das Rad nicht rund läuft und geht es entspannt an: Basti hat zum Teil so viel Vorsprung, dass Caren ihn fast nicht mehr sehen kann... In der Dämmerung kommen wir wieder in Tulum an. Nach insgesamt 50 Kilometern auf rostigen Rädern haben wir uns eine Portion Tacos mehr als verdient!

Ach, auch das war nett: Wir haben uns bisher ja nur an Straßenständen durchgefüttert. Da gibt es immer eine grüne Salsa und eine rote... die grüne war bisher ziemlich mild, eher Guacamole... Basti haut sich also auch hier ordentlich davon drauf... und sitzt Sekunden später weinend und mit Schärfe-Schluckauf am Straßenrand

Von Tulum fahren wir mit dem Bus weiter nach Merida. Kurz vorher ereilen uns zwei Nachrichten: 1. Unsere Reiserücktrittsversicherung zahlt unsere Istanbulreise, die ja wegen Corona ins Wasser fiel.
2. Unser gebuchtes Zimmer ist überbucht und wir kriegen als Ersatz ein komplettes Apartement in Merida... könnte schlechter laufen!

Naja, okay: einer läuft schlechter! Basti hat in Folge der traumhaften Radtour einen nie dagewesenen Muskelkater. Wir gehen es (hihihi) also gemütlich an, was super klappt, denn mexikanische Bordsteine haben eine Durchschnittshöhe von gefühlten 50 Zentimetern...

Merida fühlt sich für uns das erste Mal so richtig echt an. Sie ist die größte Stadt auf Yucatan, die Hauptstadt des Bundestaates, geprägt von spanischen Kolonialzeiten und der früheren Maya-Kultur. Wir wollen die Stadt entdecken und von hier aus auch zu den Ruinen von Uxmal, die für viele Reisende die Alternative zu den wohl sehr überlaufenen Stätten von Chichen Itza sind (Dahin waren übrigens die Zugangsstraßen zu der Zeit gesperrt, weil die angrenzenden Dörfer ihre Steuern nicht gezahlt haben).

Erste Anlaufstelle ist natürlich ein Markt und nachdem wir Tacos, Huarachas, Tortas und manches andere schon probiert haben, essen wir hier halt mal Panuchos und Salbut - eigentlich ist alles irgendwie das gleiche, nur in anderer Form, Größe und Konsistenz. Pepp bringt man rein, indem man unterschiedliche "Füllungen" ausprobiert. Manchmal wissen wir gar nicht, was wir essen. Köstlich war aber alles bisher! Wir flanieren durch die Gässchen, schauen uns Kirchen und das Rathaus an, gucken den Menschen am Zocalo beim Alltag zu. Schön!

Am nächsten Tag haben wir einen Roller parat und mit dem düsen wir nach Uxmal. Auch diese Strecke ist mit einer Stunde Fahrtzeit eher ernüchternd. Alles geradeaus. Nur die letzten Kilometer fahren wir dann doch noch eine landschaftlich schöne Strecke mit einigen Kurven.

Die Ruinen in Uxmal sind beeindruckend. Und der Besuch macht noch mehr Spaß, weil auf dem Gelände viele Leguane/Iguanas unterwegs sind. Die Blütezeit der einst bedeutenden Maya-Stadt war im 9. und 10. Jahrhundert. Ein Jahrhundert später war hier aber dann schon wieder nichts mehr los.

Nach Uxmal fahren wir rein in die Pampa. Und so unspektakulär das Grün oft auf Yucatan aussieht: In dem von Kalkgestein geprägten Gelände verstecken sich echte Perlen, die sogenannten Cenoten. Die gibt es auch an der Riviera überall, da ist aber meist viel los und die Preise sind höher. Wir haben uns hier eine ausgeguckt und tatsächlich sind wir bei unserer Cenote (Kankirixche) nur etwa 8 Menschen. Und für ein paar Minuten haben wir die Höhle sogar ganz für uns alleine: über uns Tropfsteine und Fledermäuse, unter uns kristallklares kühles Wasser, je nach Tiefe in unterschiedlichen Blau- und Türkistönen. Traumhaft!!! Wer nicht weiß, was Cenoten sind: go for it, google it... und buch dann vor Sehnsucht den nächsten Urlaub!

Von Merida geht's weiter ins viel kleinere Campeche, nur 3 Stunden Fahrt mit dem Bus. Das reizende Städtchen liegt direkt am Meer, was hier der Golf von Mexiko ist, also dunkler, rauer, eher so Atlantikstyle. Strand gibts hier keinen, schön ist es trotzdem. Bunte Kolonialhäuser in geraden Gassen, Reste der Stadtmauer und echtes Leben.

Kulinarisch orientieren wir uns an Mairübchenähnlichem Gemüse vom Markt (sah spannend aus, so serviert mit Limette und Chili-Salz), Tortas mit Lechon - also Spanferkel (oh.mein.gott.so.saftig), Relleno negro - also Truthanfleisch, das dank irgendwelcher Gewürze ganz schwarz ist und Marquesitas - ein crepeähnlicher Teig, der hauchdünn ausgebacken und dann gerollt wird. Kurz abgekühlt ist das ganze aber Waffelknusprig. Kann man machen... man kann aber auch n Crepes essen...
Wäre hier eine Waage...die spräche Bände...

Von Campeche geht es weiter in die Berge! Unsere erste Nachtfahrt steht an. Da es aber erst um 21 Uhr losgeht, haben wir noch Zeit für: Kino! Wir haben uns einen echten Klassiker rausgesucht: Der weiße Hai (das Original aus den 70ern) in 3D. Hat dem Filmerlebnis gut getan!

Die nächste Station ist San Cristobal de las Casas. Stand nicht unbedingt auf der Liste, aber Caren will unbedingt noch an die Pazifikküste und eine Direktfahrt dahin (mit mind. 17 Std. Fahrt) wäre... nicht Urlaubslaunefördernd, geschweige denn möglich. Als Zwischenstopp klingt das Städtchen aber gut und es scheint eine tolle Möglichkeit, eine neue Facette des Landes zu entdecken. Also auf in den nächsten Bundesstaat: Chiapas!

Wir stranden frühmorgens am Busbahnhof, dürfen unser Gepäck aber zum Glück im Hostel abgeben. Also auf zum Markt und futtern. Und man merkt: Hier ist es einen Kittel kälter... wir sind mittlerweile auf 2.200 Metern und man merkt auch schon, dass die Luft dünner ist. Wir streifen über Märkte und durch Gässchen und sehen dabei so viele Dread-Heads, wie schon lange nicht mehr. Hier sind einige Reisende oder/und Suchende hängen geblieben. Straßenmusiker aus aller Welt, Yoga-Studios, vegane Shops und eine Handvoll Gras-Angebote mehr... das Städtchen hat sich vermutlich in den letzten 10 Jahre ein paar mal neu erfunden. Ein mexikanisches Herz ist noch geblieben.

Übrigens: Nachts ist es Schweinekalt! In allen Klamotten, die wir dabei haben, gehen wir Essen. Heute für uns beide zum ersten Mal auf dem Speiseplan: Tamales! (in Bananen- oder Maisblättern gedämpfter Maisbrei)

Wir machen einen Ausflug zum Canon del Sumidero: An der höchsten Stelle ragen die Felswände 1 Kilometer in den Himmel. Echt beeindruckend! Zuerst schauen wir uns die Schlucht von oben an, dann geht's mit dem Boot mitten hinein. Rechts und links liegen Krokodile, über und neben uns fliegen allerhand Kraniche, Fischreiher und viele Vögel, deren Namen wir gar nicht kennen.

Danach gibt's noch einen Abstecher in das Dorf Chiapas de Chorzo, ein Pueblo Magico (so heißen hier die besonders hübschen Orte). Wir verbringen dort die meiste Zeit mit Essen, weil der Straßenwirt der Meinung war, dass wir in eines der Touri-Restaurants sollten, vielleicht war er aber auch hart überfordert. Es hat eeewig gedauert (obwohl nur ein Schöpf-Essen), war aber lecker. Trotz der wenigen Restzeit sind wir noch echt wo tolles reingestolpert: Ein paar Blocks weiter war der Karneval in Gang: Musik, tanzende, schnatternde, trinkende Menschen in traditionellen Kostümen. Das war toll!

Nach diesem Ausflug schnappen wir unser Gepäck und sitzen kurz darauf schon wieder im Nachtbus: ab an den Pazifik nach Puerto Escondido! Diiiie Stadt für Surfer!!! Ob wir es auch ausprobieren???

Vom Straßenüberqueren in Kairo, schreienden Schnorchelguides und einem Super8-Funfact.Die Nacht im Zug war... nunja, wir...
21/12/2019

Vom Straßenüberqueren in Kairo, schreienden Schnorchelguides und einem Super8-Funfact.

Die Nacht im Zug war... nunja, wir haben sie eher dösend als schlafend verbracht, aber wir hatten am Landetag auch nicht viel vor. Wir mussten nur ein Taxi am Bahnhof in Gizeh kriegen, unser Zimmer unangekündigt viel zu früh beziehen - und zu den Pyramiden.

Am Bahnhof landen wir um 7 Uhr morgens, etwas eingerostet und wenig frisch im Kopf. Wir schreiten mutig aus der Empfangshalle, rechnen mit abertausenden Taxischreien - aber da ist nichts. Nur ein ganz leise genuscheltes "Taxi". Wir lassen uns auf die Verhandlungen ein, legen einen viel zu hohen Preis fest - und dann wird klar, warum der Herr nur genuschelt hat, denn wutentbrannt kommt ein Kollege um die Ecke und versucht ihm klar zu machen, dass er hier keine Fahrten anbieten darf und er jetzt dran sei. Es wird laut, wir ziehen uns zurück an die Seite eines Polizisten, der uns dann zum Gewinner der Schlacht bringt. Schließlich fahren wir Richtung Pyramiden, denn wir haben uns eine Nacht lang direkt dort ein Hotel rausgelassen. Erst mal frühstücken - und das ist der Knaller. Es stehen knapp 15 verschiedene Schalen mit Köstlichkeiten vor uns, durch die wir uns durchfuttern. Dann gehts hoch auf die Dachterrasse und dort stehen sie: die Pyramiden von Gizeh. Und wir geben Dennis recht, denn was man nicht gesehen haben muss, aber auf keinen Fall verpassen darf sind die Pyramiden. Sie beeindrucken schon und wir hatten sie uns auch irgendwie nicht ganz so groß vorgestellt.

Drei Stunden später (mussten noch warten bis wir ins Zimmer durften) stehen wir dann direkt vor Ihnen. Todesmutig zu Fuß und nicht auf Pferd oder Kamel wandern wir um die drei Pyramiden und natürlich stellen auch wir uns die Frage, wie um Himmels Willen die diese geometrischen Kunstwerke vor so vielen tausenden von Jahren aufgebaut haben.

Abends genießen wir den Sonnenuntergang auf unserer Terrasse. So lässt‘s sich aushalten!

Am nächsten Tag erhandeln wir uns eine Taxifahrt nach Kairo Downtown. (Basti war schon 500 Meter weg, als der gute Taxifahrer endlich in den Preis eingewilligt hat). Wir wohnen nur wenige 100 Meter vom Tahrir-Platz weg, auch nicht weit weg von der historischen Altstadt. Beste Ausgangslage um das zu tun, was wir immer gerne tun: loslaufen. Und weiterlaufen um weiterzulaufen. Zu dieser Disziplin kommt hier in Kairo nun noch: überleben beim Straßen überqueren (also Bangkok ist ein Kindergeburtstag gegen den Verkehr hier) und miteinander kommunizieren umgeben von einem unfassbaren Geräuschpegel, darunter ungefähr 1000dB Hupgeräusche. Die Stadt ist anstrengend! In den zwei Tagen erobern wir die nahe Umgebung, erfahren, dass die Zitadelle von Kairo keineswegs da ist, wo sie auf Google Maps eingetragen ist. Und wieder ist es wie so oft: wenn man die drei Ecken nach hinten in die Wohnviertel abgebogen ist, dann freuen sich ein paar Menschen ehrlich, dir zu begegnen. Gut, und manche (hier tatsächlich nur sehr sehr wenige das war in Südamerika definitiv anders) sehen gruselig aus, aber wie immer hilft uns das Bauchgefühl da heile durchzukommen. Und die Zitadelle haben wir nach etlichen Fehlkilometern und rettendem Tuktukfahrer auch noch erreicht.

Auch im ägyptischen Nationalmuseum waren wir. Hier herrscht Endzeitstimmung. Das neue Grand Egyptian Museum (GEM) ist fast fertig gebaut und die ersten Ausstellungsstücke werden im alten Museum schon verpackt. Dennoch ist noch unfassbar viel da! Viel zu viel! Und das auch echt schon lange! Seit 1902 gibt es das Museum an dieser Stelle. Zwei Stockwerke, 100 Räume, 150.000 Artefakte. Und gefühlt ist alles in den 60ern hängengeblieben. Da wird sich mit dem Neubau in Gizeh so einiges ändern! Es war spannend zum jetzigen Zeitpunkt noch hier zu sein. Und wer weiß, vielleicht haben wir ja irgendwann auch noch Gelegenheit zu erleben, wie das neue Museum sein wird.

Von Kairo aus fahren wir mit dem Bus zurück auf Anfang: ab nach Hurghada. Auf dem Zettel steht nur noch: "Schnorcheln im roten Meer". Einen Tag haben wir noch dafür, also buchen wir einfach eine der Standardtouren übers Hostel: Tagesausflug nach Giftun Island, Lunch included. Erst vergisst uns die Mannschaft, wir werden nicht mit dem Bus, sondern verspätet mit dem Taxi abgeholt und der Fahrer brettert wie ein Irrer durch die Stadt. Dann sind wir endlich an Bord, eine Stunde Fahrt zur Insel. Kurz vorher befiehlt uns einer der Guides uns jetzt umzuziehen, dann brüllt er, wir sollen aufs Beiboot. Dann brüllte er uns aus dem Beiboot raus an den Strand. Dort brüllte er uns zu den 7 Meter Platz, die unsere Gruppe dort hatte. Dann brüllte er, wir haben eine Stunde zum Baden. Und er brüllte und brüllte - wir wurden glaube ich noch nie so oft von jemanden angebrüllt, den wir auch noch für eine Leistung bezahlt haben. Auch ohne bezahlen: wir wurden noch nie so oft angebrüllt. Aber es war eher unterhaltend. Der war einfach ein geborener Gruppenguide...

Nuja und dann kamen die Schnorchelstops - und ab da war jegliches Brüllen eh vergessen. Was für ein Traum! Man sieht gut 50 Meter weit, alles unter einem ist glasklar und da tummeln sich so viele tolle bunte Fische, große und kleine, dicke und dünne, und und und. Wir waren echt hin und weg! Echt ein toller Abschluss unserer Reise. Morgen geht es zurück nach Stuttgart. Und dann ist auch schon Weihnachten. Wir freuen uns sehr auf alle unsere Lieben! Und gar jedem der hier mitliest wünschen wir Frohe Weihnachten. Habt es schön wo auch immer ihr seid!

Funfact für die Super8-Interessierten: wir haben mit drei Filmen gefilmt. Zwei davon sind Kodachrome40-Filme. Wir haben mittlerweile etwas genauer recherchiert, wie das mit dem Entwickeln so funktioniert und rausgefunden, dass das entwickeln so kompliziert ist, das nur Kodak selbst angeboten hat und keine anderen Fotolabore. Soweit so gut. Wir werden nun gezwungenermaßen versuchen, den Film selbst zu entwickeln. Warum? Wir zitieren gerne aus Wikipedia: "Kodak Stuttgart hatte im Dezember 2009 mitgeteilt: Die Entwicklung der letzten Kodachrome-Filme durch Einsendung nach Stuttgart war noch bis 23. November 2010 möglich. Filme, die nach Lausanne/Schweiz eingesendet wurden, konnten noch bis 30. November 2010 akzeptiert werden.[6]"

In diesem Sinne: Nochmal Frohe Weihnachten!

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