16/07/2026
Erstens kommt es anders. Und zweitens als man denkt 🥴
Achtung: dieser Text könnte Ironie, Sarkasmus und uneindeutige Beschreibungen enthalten ⚠️
Tatort: Bukarest 🇷🇴
Tief in den verschlafenen Wäldern der Walachei.
Unter großer Anteilnahme von Freunden, Unterstützern und Personen des öffentlichen Lebens traten die wohl beliebtesten tschechischen Export-Schlager ihre letzte Reise an.
Als die Tatra T4R aus der Weltmetropole Prag das erste Mal die Gleise der rumänischen Provinz sahen, war die Welt noch eine völlig andere.
Bukarest war nach zwei Weltkriegen zum Zufluchtsort für Menschen aus ganz Rumänien geworden. Große Teile der Stadt waren mehr oder weniger zerstört und notdürftig wieder aufgebaut.
Durch ein Erdbeben 1977 kamen mehrere Tausend Menschen ums Leben. Danach begann eine Zeit des Wiederaufbaus.
Aufbau im kommunistischen Sinn.
Riesige, völlig übertriebene Gebäude aus Stein wurden errichtet, nur um das Ego des Staatsoberhauptes zu befriedigen. Leere Flächen wurden mit breiten, betonierten Straßen überbaut. Die Einwohner von Bukarest mussten hohe Abgaben an den Staat leisten um diese Prunksucht zu finanzieren.
Relativ günstig kam man Dank der sozialistischen Bruderländer (man hatte damals ein Handelsabkommen geschlossen) an die Straßenbahnen aus Tschechien.
Noch 4 Jahre vor diesem großen Erdbeben kamen dann also die ersten Fahrzeuge an und erlebten viele Umbrüche der letzten Jahre mit.
Erdbeben, Kommunistischer Umbau der Stadt, Vollsaufstände, Mangelversorgung, Beitritt zu EU.
Mit so vielen Erinnerungen im Gepäck geht es jetzt in die wohlverdiente Rent. Der Tatra-Himmel hat seine Tore bereits geöffnet.
Da bleibt mir am Ende nur noch zu sagen:
La revedere (auf Wiedersehen) Tatra T4R 🙋🏻♂️