11/05/2026
Der 8. Mai in Tschechien der Tag der Befreiung und Feiertag. Nebenbei wird hier auch einem absolut historisch-kulturellem Ereignis aus 1945 gedacht. Ganz in der Nähe, im zerstörten Dorf Rosendorf (Růžov) fand zu dieser Zeit im April 1945 die Operation Cowboy statt.
Hier wurden im April 1945 hunderte Lipizzaner-Pferde vor der heranrückenden Roten Armee in Sicherheit gebracht. Doch diese Rettung forderte einen hohen Preis: Genau hier, am heute verschwundenen Dorf Rosendorf (Růžov), verloren zwei junge US-Soldaten in einem Feuergefecht ihr Leben.
Die Operation Cowboy zeigt, dass es selbst in den dunkelsten Stunden Momente der Menschlichkeit und des Schutzes von Kulturgütern gab.
Ein einfacher Gedenkstein im Wald wird so zu einem Mahnmal, das weit über den regionalen Tellerrand hinausreicht.
Ohne die Operation Cowboy würde es die Spanische Hofreitschule in ihrer heutigen Form höchstwahrscheinlich gar nicht mehr geben.
Man darf nicht vergessen, dass damals fast der gesamte Zuchtbestand der Lipizzaner in Hostouň (Hostau) konzentriert war.
Die Dimension dieses historischen Ereignisses geht weit über eine reine Tierrettung hinaus:Rettung eines europäischen Kulturgutes
Genetischer Flaschenhals: In Hostouň befanden sich am Ende des Krieges nicht nur die Wiener Hengste, sondern auch die wertvollen Zuchtstuten aus verschiedenen europäischen Gestüten. Identitätsverlust: Für Österreich und die europäische Kulturgeschichte wäre das Auslöschen dieser jahrhundertealten Tradition ein unersetzlicher Verlust gewesen.
Globales Erbe: Dass das „weiße Ballett“ heute noch in Wien zu sehen ist, verdankt die Welt direkt diesem riskanten Einsatz im Böhmerwald.
Militärische Notwendigkeit: Die Rettung war kein friedlicher Umzug, sondern ein gefährliches Kommandounternehmen hinter feindlichen Linien.
Der menschliche Tribut: Für den Erhalt dieser Tradition bezahlten die beiden US-Soldaten Raymond E. Manz und Owen W. Sutton mit ihrem Leben.
Verlorene Orte: Während die Pferde gerettet wurden, verschwand das Dorf Rosendorf (Růžov), in dem die Soldaten fielen, wenig später fast vollständig von der Landkarte.
Krieger-Ehre vs. Ideologischer Vernichtungswille
Die Operation Cowboy ist deshalb so faszinierend, weil sie kurzzeitig die Fronten auflöste:
Zusammenarbeit: US-Soldaten, befreite Kriegsgefangene und desertierte Wehrmachtsmitglieder kämpften gemeinsam. Das war kein strategisches Manöver für Landgewinn, sondern eine Allianz für einen höheren Wert.