18/07/2019
Und hier nun mein persönliches Fazit zum L**hweg: der Weg kann auf unendlich vielen Wegen (im wahrsten Sinne des Wortes) begangen werden:
Komplett organisiert mit gebuchten Hotels, Anreise, Gepäcktransport, Wanderbusse zwischen den Etappen
Orga über ein Reisebüro mit vorgebuchten Hotels und einer App zur Navigation
Auf eigene Faust, aber Unterkünfte im Vorfeld gebucht (hier gibt es Partner-Hotels oder eben noch ganz viele andere)
Einfach drauflos laufen und Abends eine Unterkunft suchen
Vom Formarinsee zum L**hfall - oder eben umgekehrt
"Nur" die eigentlichen Etappen oder eben auch Schleifen einbinden, wild kombinieren oder auch eigene Wege finden
Und so weiter und so fort...
Welches für jeden der richtige Weg ist, muss jeder anhand der eigenen Erfahrung, Kondition und dem persönlichen Bedürfnis nach (Planungs-) Sicherheit entscheiden.
Offiziell gilt der L**hweg als Weitwanderweg und als Mittelgebirgswanderung. Auf den Schildern habe ich wiederum auch die Bezeichnung "einfach alpin" entdeckt. Wenn man wie ich schon die ein oder andere (Berg)Tour gemacht hat, ist der technische Anspruch eher als einfach zu bewerten, insgesamt sollte der Weg aber aufgrund der Länge der Distanzen nicht unterschätzt werden.
Auch hier gilt: sich selbst realistisch einschätzen!
Vorbereitung und Planung:
Ich habe mir auf lechweg.com das offizielle Info-Material bestellt, auf FB gibt's eine offizielle L**hweg Gruppe https://www.facebook.com/L**hweg/ (besonders nach einem so schneereichen Winter äußerst sinnvoll zu aktuellen Wegzuständen, Busfahrplänen etc.) und dann habe ich mich für den Rother Wanderführer entschieden (gibt's als Buch und auch als App). Super hierbei sind auch die GPX Tracks, die man sich dann für jede Etappe runterladen kann, hat mir unterwegs das Leben schon noch ein wenig leichter gemacht.
Aus Gewichtsgründen durfte nur der Rother mit. (siehe Foto)
Statistik:
Offiziell werden 3 Optionen zur Einteilung vorgeschlagen. 6 Tage (sportlich), 7 Tage (klassisch), 8 Tage (gemütlich) und bei allen 3 Optionen identisch mit einer Gesamtwegezeit von 125 Kilometern. Ich habe mich für die sportliche Variante entschieden und dazu gab es ja noch das kleine "warmup" mit Steinernem Meer und der Nacht auf der Freiburger Hütte - hätte man m.E. auch mit der 1. Etappe kombinieren können.
Insgesamt bin ich 176,31 km gewandert, hatte 5150 hm im Aufstieg, 7091 hm im Abstieg und war somit insgesamt 19h, 19m und 51s auf den Beinen. Zwischendrin mal ein wenig schwere Beine, aber zum Glück kein Muskelkater.
Ausrüstung:
Hier gibt es auch Empfehlungen in den Broschüren, im Wanderführer und zahlreiche Packlisten in den Welten des www. Für mich persönlich gilt: weniger ist mehr! (siehe Foto)
Rucksack: für 1 Woche sollten 30-35 Liter reichen, Rucksack Leergewicht max. 1,5 kg
Kleidung: kurze / lange Hose, ggf. mit Zipper. Im Zweifel nur die lange. 1 Shirt, 1 Wechsel-Shirt für abends, dünne (!) Jacke für höhere Lagen / kühlere Temperaturen, Unterwäsche für jeden Tag, 3 Paar Socken, Regenjacke ggf. auch Regenhose, Regenschutz für den Rucksack. Tuch / Mütze als Sonnenschutz, Sonnenbrille, Schlafkleidung:
meine Kleidung ist über die Jahre fast vollständig aus Merino -man riecht nicht und ist sehr leicht im Gepäck. Für die Ordnung im Rucksack arbeite ich gerne mit kleinen, wasserfesten Beuteln. Praktisch sind hier welche mit denen man das Gepäck auch noch ein wenig komprimieren kann, um das Volumen zu verringern.
Kosmetik: Zahnbürste, Pasta, Sonnencreme, ggf. Medikamente, Kamm, Reinigungstücher fürs Gesicht. Ggf. Kräuteröl zum einreiben für die Beine. Bei Unterkünften im Tal verzichte ich auf Handtuch & Shampoo im Gepäck, ist dort überall vorhanden.
ErsteHilfe-Set: gibt es in Outdoor-Läden bereits vorgefüllt in praktischer, kleiner Größe. Ich habe dann noch mit Wund- und Heilsalbe ergänzt. (siehe Foto)
Stöcke: hier scheiden sich die Geister, ich habe sie IMMER dabei. Praktisch ist hier ein leichtes Modell, das auf sehr kleines Maß zusammengepackt werden kann. Auf dem L**hweg gab es in der Tat ein paar bergab Etappen, auf denen ich sie nicht hätte missen wollen.
Schuhe: wenn man ausschließlich den L**hweg läuft ohne Schleifen, Gipfel und Co reichen m.E. Trekking-Schuhe oder Trail-Runner. Ich persönlich bin jedoch ein Fan von festen, Knöchel-hohen Schuhen und ich hab ja durchaus die ein oder andere Stippvisite nach links oder rechts unternommen, so dass meine Wanderschuhe Kategorie B/C sicherlich auf langen, flachen Stücken zwar schwer am Bein waren, insgesamt für mich jedoch aber die richtige Wahl.
Verpflegung: Nicht auf Wasserstellen, Gasthöfe (Ruhetage haben mich die Woche über verfolgt 🤣) oder Supermärkte unterwegs verlassen, sondern selbst genug mitnehmen. Ich persönlich bin mit meiner Trinkblase sehr happy, aber man kann auch einfach eine Flasche mitnehmen. In vielen Unterkünften werden Lunch-Pakete angeboten. Ich hatte meine selbstgemachten Müsli-Riegel und mein Fruchtleder dabei: zum 1. Mal getestet und wird ins feste Repertoire aufgenommen 😁 (siehe Fotos)
Fazit: herrlich und wunderschön war's! Was kommt als nächstes? 🥰
Ein Weitwanderweg durch die Alpen und eine der letzten Wildflusslandschaften Europas.